Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen unserer Website zu ermöglichen und Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Wenn Sie auf unserer Website weitersurfen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ok

 

15.01.2014

Aufforderung zum schwarzen Anstrich

"Paint it black!": Die Rolling Stones sind nicht die einzigen Musiker mit Farbe in ihren Liedtexten

Schwarz soll alles gestrichen werden, immer nur schwarz: Diese Aufforderung ging in die Musikgeschichte ein – mit "Paint it black!", einem der bekanntesten Songs der Rolling Stones. Mick Jagger, der den Text 1966 geschrieben hat, schildert darin das Gefühlsleben eines Mannes, der seine Geliebte verloren hat und in Depressionen versinkt. Doch ganz so traurig geht's nicht immer zu, wenn Musiker von Farben singen, wie ein Streifzug durch die jüngere Musikgeschichte zeigt.

"Paint it black!" – Mit dieser Aufforderung zur "Schwarzmalerei" gingen die Rolling Stones in die Musikgeschichte ein. Foto: Kostenko Maxim, Shutterstock.com
Schwarzer Anstrich, Foto: Kostenko Maxim, Shutterstock.com

Wenn schon Jagger und die Rolling Stones zitiert wurden, dürfen natürlich auch die Beatles und ihr gelbes U-Boot nicht fehlen: Ihr ebenfalls 1966 erschienener Song "Yellow Submarine" ist als Kinderlied gedacht und schildert das Leben eines Seemanns. Im Gegensatz zum bedeutungsschwangeren Schwarz in "Paint it Black!" hat das Gelb hier überhaupt keine tiefere Bedeutung – was übrigens laut Paul McCartney für das gesamte Lied gilt.

Philosophischer war da schon Drafi Deutscher, der im selben Jahr nicht nur von brechendem "Marmor, Stein und Eisen" sang, sondern auch die Frage stellte: "Welche Farbe hat die Welt?". Nach der Antwort sucht in dem Lied ein kleiner Junge, der schließlich zur Erkenntnis gelangt, dass Schwarz für Elend und Hunger, Gelb für den Krieg und Grau für die Asche steht, in die alles zerfällt. Grün, Blau und Rot hingegen sind die Farben, die für die Natur, den Himmel und das Leben stehen, erfährt der Junge schließlich, was zuletzt in der Aussage mündet: "Hast du die Welt gemalt in Blau und Grün und Rot, so gibt es nie mehr Elend, vorbei ist jede Not."

Die "Yellow Brick Road" – die mit gelben Steinen gepflasterte Straße – ist ein Element in dem 1900 entstandenen Kinderbuch "Der Zauberer von Oz". Repro: Public domain
Yellow Brick Road, Repro: public domain

Farbige Straßen sind allgemein ein eher seltenes Phänomen. Von einer solchen sang 1973 der britische Sänger und Songwriter Elton John: "Goodbye Yellow Brick Road" heißt der bekannte Song, in dem John auf ein Motiv der vor allem im angloamerikanischen Sprachraum extrem bekannten Geschichte vom "Zauberer von Oz" Bezug nimmt. In dieser Erzählung führt diese Straße in das Land des Zauberers als Symbol der Fantasie.

Farbiger Regen ist in der Musikgeschichte übrigens nicht selten: 1984 ließ der amerikanische Musiker Prince purpurnen Regen fallen – "Purple Rain" heißt einer seiner bis heute bekanntesten Songs. Der britische Musiker Peter Gabriel ließ zwei Jahre nach Prince einen roten Regen fallen. Von gelbem Regen sangen die Pretty Maids ebenfalls in den 1980ern, und schwarzen Regen machte 2007 der britische Metal-Musiker Ozzy Osbourne am Himmel aus.

Wenn wir schon zum Himmel blicken, so fällt hier auchin vielen Farben besungene Mond auf: Der blaue Mond – "Blue Moon" – fand in dem gleichnamigen Song bereits 1933 Erwähnung und wurde seither von zahlreichen Musikern immer wieder besungen: Versionen des schnell zum Klassiker avancierten Liedes gibt es unter anderem von Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Elvis Presley. Einen rosa Mond – "Pink Moon" – besang 1972 der britische Sänger Nick Drake, der erst dreißig Jahre nach seinem Tod einem breiten Publikum bekannt wurde. Selbstverständlich gingen auch ein gelber Mond – besungen 1989 von den amerikanischen Neville Brothers –, ein roter Mond, ein weißer Mond und ein oranger Mond mit entsprechenden Songs in die Musikgeschichte ein.

"Blau, blau, blau blüht der Enzian!" sang Heino bereits 1972. Foto: Michael Movchin, CC-Lizenz
Heino, Foto: Michael Movchin, CC-Lizenz

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich der Song "True Colors", der 1986 durch die US-amerikanische Sängerin Cyndi Lauper bekannt wurde. Er fordert dazu auf, seine "wahren Farben" zu zeigen und sich nicht ängstlich hinter einer falschen Fassade zu verstecken. Fast ein Muss ist auch die Erwähnung der ebenfalls 1986 erschienenen "Lady in Red" – der "Frau in Rot" des britisch-irischen Sängers Chris de Burgh. Es ist eine Liebeserklärung an eine Frau, die in rotem Kleid so bezaubernd aussieht, wie der Sänger sie nie zuvor gesehen hat. Es ist sogar bekannt, um wen es sich bei dieser geheimnisvollen Frau handelt: Es ist de Burghs Ehefrau Diane.

Bodenständiger und volkstümlicher ging es in Deutschland zu: Hier sang bereits 1970 die norwegische Schlagersängerin Wencke Myhre von einem Möchtegern-Seefahrer namens Johnny, der ein "knallrotes Gummiboot" sein Eigen nennt, mit dem er seine Angebetete zu mehr oder minder waghalsigen Ausfahrten mitnimmt. Auch Heino hat sich in das kollektive Gedächtnis der Deutschen mit folgenden Aussagen eingegraben: Die Haselnuss ist schwarzbraun und der Enzian blüht blau, blau, blau.

Und zuletzt kehren wir wieder zum Schwarz zurück: "Back zu Black" heißt bezeichnenderweise ein Titel der vor knapp drei Jahren verstorbenen Sängerin Amy Winehouse. Er handelt von einer gescheiterten Liebesbeziehung, nach deren Ende sie wieder in ihr altes, dunkles Leben zurückfällt. (ud)

 

Artikel zu ähnlichen Themen