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22.06.2016

Begehrte grüne Karte

Die amerikanische „Green Card“ wird siebzig Jahre alt und ist nach langer Pause wieder grün

Bei Menschen, die ein neues Leben in den USA beginnen wollen, ist sie heiß begehrt: Die amerikanische „Green Card“ wird in diesem Jahr siebzig Jahre alt. In ihrer langen Geschichte war sie jedoch keineswegs immer grün, sondern auch mal blassblau, dunkelblau und violett. Vor einigen Jahren hat sie sogar noch eine europäische Schwester bekommen – in Blau.

Die ersten Green Cards bestanden tatsächlich aus grünem Papier. Repro: public domain
Green Card. Repro: public domain

Form I-151, so lautete jahrzehntelang der offiziell wenig klingende Name für die Karte, die ursprünglich nur ein Pappkärtchen war. Auf diesem bescheinigte die US-Einwanderungsbehörde seit 1946 Ausländern bei der Ankunft in den USA, „Permanent Resident Aliens“ zu sein – Ausländer mit ständigem Wohnrecht. Diesen Status erhielten jene, die den Kriterien der Einwanderungsbehörde für einen unbeschränkten Aufenthalt genügten, etwa weil sie hochqualifizierte Fachkräfte waren.

Form I-151 war im Gegensatz zu den Dokumenten für Besucher oder für nur vorübergehend als Arbeitskräfte eingereiste Personen auf grünem Papier gedruckt. Seit 1950 konnten auch Menschen, die schon vor 1946 in die USA eingewandert waren, das Dokument I-151 beantragen und so ihren legalen Aufenthaltsstatus belegen. Je bedeutungsvoller das Dokument wurde, desto mehr etablierte sich auch der Begriff „Green Card“, der bald nicht nur für das Papier selbst stand, sondern für den legalen Aufenthaltsstatus an sich.

Es blieb selbstverständlich nicht aus, dass bald auch Fälschungen in Umlauf waren – ein Grund für die Einwanderungsbehörden, schließlich neue und schwieriger zu kopierende Versionen des Dokuments einzuführen. 1964 war das Grün dann erst einmal Geschichte – Form I-151 erhielt ein blasses Blau, ein Jahr später dann dunkelblau. Bis 1977 wurde das Dokument insgesamt 19 Mal überarbeitet. Auch wenn das Grün längst verschwunden war – der Name für das Dokument und den Status blieb.

Nach einer fast fünfzigjährigen Pause sind Green Cards seit 2011 tatsächlich wieder grün. Repro: public domain
Green Card neu. Foto: public domai

Das Ende des Papierkärtchens war gekommen, als 1977 ein maschinenlesbares Dokument eingeführt wurde, dessen Farbe in den folgenden Jahren immer wieder wechselte, darunter Zartrosa, Blau und Pink. Seither wurden die Sicherheitseinrichtungen, die eine Fälschung der Karten verhindern sollen, immer wieder verbessert. Am 11. Mai 2010 schließlich wurde die Karte wieder grün – der Name jedoch war auch trotz der fast fünf Jahrzehnte ohne grüne Farbe längst zu einem festen Begriff geworden.

Es lag auf der Hand, dass sich die europäischen Staaten an den Begriff anlehnten, als sie 2011 einen eigenen Aufenthaltsstatus für hochqualifizierte Einwanderer aus Drittländern einführten: Mit der sogenannten Blue Card – auf Deutsch auch Blaue Karte EU genannt – können gesuchte Fachkräfte in den EU-Ländern leben und arbeiten. Das Blau ist hierbei die Farbe Europas, der Name orientiert sich an dem amerikanischen Vorbild.