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03.10.2007

Der Schmutz geht, die Farben bleiben

Waschmittel müssen das Zusammenspiel von Sauberkeit und Farbbeständigkeit möglichst perfekt beherrschen

Wenn nach der zehnten Maschinenwäsche die schwarze Bluse grau geworden, das rote Hemd verblasst ist, dann nützt die größte Sauberkeit nichts: Das Waschmittel hat nicht nur den Schmutz aus den Kleidungsstücken entfernt, sondern auch einen Teil der Farbstoffe. Noch ärgerlicher wird es, wenn das Rot aus dem Hemd plötzlich der gelben Hose einen Orangestich verpasst. Ein weißes Hemd oder ein Tischtuch sollte hingegen in der Maschine auch wirklich wieder strahlend weiß werden. Von Waschmitteln wird heute viel verlangt: Sie sollen das Zusammenspiel von Bleichmitteln, waschaktiven Substanzen, optischen Aufhellern mit den Farbstoffen in den Textilien möglichst perfekt beherrschen.

Leuchtende Farben stellen Waschmittel vor eine harte Bewährungsprobe. Mit dem falschen Mittel können Textilien schnell ihre Brillanz verlieren. Foto: dancerP, PhotoCase.com
Leuchtende Farben stellen Waschmittel vor eine harte Bewährungsprobe. Mit dem falschen Mittel können Textilien schnell ihre Brillanz verlieren. Foto: dancerP, PhotoCase.com

Eigentlich sind Bleichmittel die tollsten Schmutzzerstörer. Sie reagieren mit Vergilbungen und farbigen Flecken wie Kaffee, Wein oder Obst und wandeln sie in nicht-farbige und meist sogar wasserlösliche Verbindungen um, die dann leicht mit dem Waschwasser weggespült werden. Leider können Bleichmittel nicht zwischen farbigem Schmutz und farbiger Wäsche unterscheiden. Sie reagieren ebenso gut mit den Textilfarbstoffen und zerstören sie. Fade Farben sind die Folge. Daher haben die Waschmittelhersteller sie aus Buntwaschmitteln verbannt. In den Waschmitteln speziell für weiße Wäsche oder in Baukastensystemen leisten sie jedoch noch immer ihren Dienst.

Auch die optischen Aufheller – irreführend auch Weißmacher genannt – sind nur bei weißer Wäsche sinnvoll. Es handelt sich hier eigentlich um Farbstoffe, die für den Menschen unsichtbares ultraviolettes Licht absorbieren und als sichtbares blaues Licht wieder abstrahlen. Sie fluoreszieren. Dadurch erscheint die Wäsche weißer und insgesamt heller. Diese Farbstoffe setzen sich während des Waschvorgangs auf der Wäsche ab und bleiben dort haften. Sie färben die Wäsche sozusagen neu ein, die nun wieder hell erstrahlt. Ein eventueller Gelb- oder Graustich in der Weißwäsche wird so überdeckt – bei Buntwäsche leider auch jeder andere Farbton.

Spezielle Color-Waschmittel nehmen bei der Wäsche wieder andere Stoffe zur Hilfe. Bei ihnen kommen unter anderem so genannte Farbübertragungsinhibitoren zum Einsatz. Sie verhindern, dass sich Farbstoffe, die doch aus den Textilien in das Wasser gelangen, nicht auf den anderen Wäscheteilen ablagern und sie ungewollt einfärben. So bekommt beispielsweise der hellblaue Pullover von der roten Bluse keinen Violettstich.

Um trotzdem Flecken auch aus farbiger Kleidung zu bekommen, setzen Waschmittelhersteller auf verschiedene Enzyme. Für fast jede Schmutzart gibt es dabei ein eigenes Enzym: So genannte Amylasen nehmen sich stärkehaltige Speisereste vor, wohingegen die Proteasen eiweißhaltige Verschmutzungen wie Blut, Kakao oder Gras beseitigen. Lipeasen sind für den Fettabbau zuständig und Cellulasen sollen feine Fasern beseitigen. Diese Enzyme kommen inzwischen auch in Vollwaschmitteln zum Einsatz. Worauf weder Voll- noch Buntwaschmittel verzichten können, sind die Tenside. Sie verringern die Oberflächenspannung des Wassers. Das ist entscheidend, denn dadurch löst sich der Schmutz viel leichter von den Wäschestücken. (ab)