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10.12.2008

Die Farbe des Geldes

Trickreiche Komponenten in der Farbe sichern Banknoten gegen Fälschung

In Zeiten knapper Kassen und sinkender Börsenkurse wünscht sich mancher eine Gelddruckmaschine im eigenen Keller. Aber selbst wer solch eine Maschine besitzt, hat ohne die richtige Farbe nicht viel Freude daran – Spezialfarben machen Geldfälschern das Leben schwer.

Beim Druck von Banknoten kommen auch extrem ausgeklügelte Druckfarben zum Einsatz. Foto: frank13, Photocase.com
Foto: frank13, Photocase.com

Unzählige Male wechselt ein Geldschein im Laufe seines Lebens den Besitzer. Mit den Banknoten wird dabei nicht immer sanft umgegangen: Sie werden zerknüllt, gewaschen oder landen im Schmutz. Damit die Schrift auf den Scheinen dennoch lesbar bleibt, stellen die Notenbanken höchste Anforderungen an die Farbqualität. Weltweit haben sich daher nur wenige Hersteller auf die Produktion dieser Sicherheitsdruckfarben spezialisiert.

Die Farben auf Geldscheinen müssen aber nicht nur sehr beständig sein, sondern sollen auch die Herstellung von Falschgeld erschweren. Auf vielen Banknoten kommen daher sogenannte OVI-Farben zum Einsatz. "OVI" steht für "Optically Variable Ink", also optisch variable Druckfarbe. Grundbestandteil dieser Farben ist ein farbloser Stoff, der mit mikroskopisch kleinen Pigmenten durchsetzt ist. Diese Pigmente wechseln je nach Einfallswinkel des Lichts ihre Farbe.

Bei den Euro-Banknoten verfügen nur die Geldscheine vom 50-Euro-Schein aufwärts über diese Eigenschaft. Bei diesen Banknoten erscheint die Zahl in der rechten unteren Ecke der Rückseite je nach Betrachtungswinkel unterschiedlich gefärbt: Bei direkter Aufsicht wirken die Ziffern purpurrot, unter anderem Blickwinkel dagegen olivgrün oder braun. Auch fluoreszierende Farben kommen auf den Euro-Banknoten zum Einsatz. Unter dem Einfluss von UV-Licht erscheinen diese Farben in einem anderen Ton und machen die Scheine daher fälschungsresistenter.

Ein weiterer Trick von Notenbanken besteht in der Verwendung von Farben, die außerhalb des Farbraumes herkömmlicher Drucker liegen. Das bedeutet, dass ein normaler Farbdrucker diese Farben nicht farbtreu wiedergeben kann und dass Scanner diese Sonderfarben nicht erfassen können.

Sicherheitsdruckfarben werden aber nicht nur für Geldscheine eingesetzt, sondern kommen auch auf Briefmarken, Reisepässen oder Lotterie-Rubbellosen zum Einsatz. Auch der internationale Schmuggel soll mithilfe von Sicherheitsdruckfarben eingedämmt werden: Dank geheimer Markierungen in der Farbe von Steuermarken und Sicherungsbanderolen können Hersteller ihre eigenen Produkte überwachen und vor Fälschungen bewahren.

Hergestellt werden diese Farben in hoch gesicherten Fabriken. Ganz gefeit vor Fälschungen ist die Branche aber dennoch nicht: So ist es den internationalen Strafverfolgungsbehörden bislang nicht gelungen, die Hersteller der sogenannten "Superdollars" zu finden. Diese falschen 100-Dollar-Banknoten sind technisch so ausgereift, dass sie praktisch nicht mehr von echten Dollars zu unterscheiden sind. Sogar das OVI-Farbmuster der Originalnoten konnten die Fälscher perfekt nachahmen. Die "Superdollars" gelangen mittlerweile seit annähernd zwanzig Jahren in den Umlauf, ihre Quelle aber ist immer noch nicht entdeckt. Eine hundertprozentige Garantie gegen Fälschungen können also auch Sicherheitsdruckfarben nicht liefern. (zen)