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02.02.2010

Dinosaurier im Streifenlook

Forscher rekonstruieren erstmals die Färbung der Urechsen

Bisher stapften Dinosaurier in der Vorstellung der meisten Menschen als bräunliche oder grünlich-graue Riesen durch urzeitliche Gefilde. In Wirklichkeit waren die Echsen wohl sogar ziemlich bunt, sagen britische Forscher nun: Der etwa 1,25 Meter lange, fleischfressende Sinosauropteryx beispielsweise hatte einen rötlich-weiß geringelten Schwanz, erklären die Wissenschaftler von der Universität in Bristol. Ihnen ist es erstmals gelungen, anhand von 120 bis 131 Millionen Jahre alten Fossilien die Färbung von Dinosauriern zu rekonstruieren.

So stellen sich chinesische Künstler die Färbung des Sinosauropteryx vor, der als wichtiges Bindeglied zwischen Dinosaurier und Vogel gilt. Illustration: Chuang Zhao and Lida Xing
Illustration: Chuang Zhao and Lida Xing

Eigentlich weiß man heute bereits eine Menge über Dinosaurier: Aus Fossilienfunden kennt man deren Gestalt sehr genau, Computersimulationen zeigen, wie sich die "schrecklichen Echsen" (so heißt "Dinosaurier" übersetzt) bewegten, und anhand von Daten aus Klima und Vegetation können Paläontologen auch auf die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Urtiere schließen. Welche Farbe die Dinosaurier allerdings hatten, darüber konnten die Forscher bisher nur spekulieren. Fossile Knochen allein lassen keine Rückschlüsse zu, ob die Echsen einst rot oder gelb, einfarbig, geringelt oder gescheckt waren – bis jetzt: Nun entdeckten die britischen Wissenschaftler in Fossilien eines Dinosauriers aus der Gruppe der Theropoden sogenannte Melanosomen. Diese Zellbestandteile sind Träger des Farbstoffs Melanin, der auch beim Menschen Haut und Haare färbt.

Die Melanosomen entdeckten die Forscher in den fossilen Überresten primitiver Federn, die einst die Haut des Dinosauriers bedeckten. Denn der Sinosauropteryx lief keineswegs nackt und bloß durch die Lande wie heute die Warane oder wie Eidechsen, sondern seine Haut war mit einfachen Federn bestückt. Diese hatten noch nicht die ausgereifte Form heutiger Vogelfedern mit einem Schaft und davon abstehenden sogenannten Fahnen, sondern waren nicht viel mehr als etwas feiner ausgebildete Borsten. Sie dienten wahrscheinlich nur einem einzigen Zweck: den Dinosaurier durch ihre Farbe auffälliger zu machen. Ihre Funktion als Wärmeisolatoren und schließlich auch zum Fliegen erhielten die Federn erst später im Verlauf der Evolution, erklären die Wissenschaftler.

Die Forscher entdeckten in den Federn nicht nur die Überreste von Melanosomen, sondern sogar Hinweise darauf, welche Pigmenttypen diese einst enthalten hatten. Beim Sinosauropteryx stießen sie auf Regionen, in denen das Pigment Phäomelanim vertreten war, das eine rötlichgelbe Färbung bewirkt. Diese Bereiche wechselten sich mit Flächen ohne das Pigment ab, woraus die Forscher schließen, dass der lange Schwanz des flinken, kleinen Theropoden ein Muster aus rötlichgelben und hellen Streifen aufwies.

Die extrem gut erhaltenen Reste des Sinosauropteryx stammen aus einer für zahlreiche Fossilienfunde bekannten Region im Nordosten Chinas. Hier stießen die Forscher auch auf Fossilien eines Urvogels der Gattung Confuciusornis, bei dem sich ebenfalls Melanosomen nachweisen ließen. Die Wissenschaftler entdeckten dabei nicht nur Hinweise auf das Pigment Phäomelanin, sondern auch auf Eumelanin – jenes Pigment, das im Zusammenspiel mit dem Phäomelanin die menschliche Haarfarbe bestimmt und das bei Menschen mit braunem und schwarzem Haar dominiert. Aus der Zusammensetzung der Melanosomen in den rund 120 Millionen Jahre alten Fossilien konnten die Forscher schließen, dass der etwa dreißig Zentimeter große Urvogel ein Muster aus weißen, schwarzen und bräunlichen Sprenkeln besaß. (ud)

Weitere Informationen: Originalarbeit der Forscher