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07.02.2007

Ein Fächer voller Farben

Der HKS-Farbfächer ermöglicht beim Druck die einheitliche Darstellung von Farbtönen

Rot ist nicht gleich rot, wenn der gleiche Farbton auf unterschiedlichem Papier gedruckt ist. Bei einem Firmenlogo beispielsweise sollte dieser Farbton nicht mal blau-, mal gelbstichig sein. Um sich für einen Farbton zu entscheiden, der überall gleich aussieht, wird nicht nur ein verbindliches Farbsystem benötigt, sondern auch eine verbindliche Farbsammlung. Der HKS-Farbfächer ist eine solche Sammlung, die in der grafischen Industrie eine weite Verbreitung gefunden hat.

HKS-Farbfächer ..., Foto: lostinstyle, PhotoCase.com
HKS-Farbfächer, Foto: lostinstyle, PhotoCase.com
... aus 88 Farbtönen mit je 39 Nuancen. Foto: wikipedia.de
... aus 88 Basisfarben mit je 39 Farbnuancen. Foto: wikipedia.de
 

Endlich ist das Firmenlogo verabschiedet, mit der Farbauswahl sind auch alle einverstanden, jetzt muss es nur noch auf Briefpapier, Visitenkarten und Eingangsschild gedruckt werden – selbst an eine Hemdenproduktion im entsprechenden Corporate Design ist gedacht. Doch auf dem Briefpapier erscheint ein anderes Grün als auf den Visitenkarten – und beides entspricht nicht der Farbe des Logos, das alle sich auf Fotopapier ausgedruckt und gewählt hatten.

Der Grund für das Debakel: Der Designer hat nicht auf eine genormte Farbpalette zurückgegriffen und prompt gab es Missverständnisse zwischen ihm, dem Auftraggeber und dem Drucker. Abhilfe schaffen hier nicht nur verbindliche Farbsysteme wie CMYK, sondern auch Farbsammlungen. Im Bereich Druck ist in Deutschland der HKS-Farbfächer am weitesten verbreitet. Er enthält 3.520 Farbtöne, die sich aus 88 so genannten Basisfarben und ihren jeweils 39 Farbnuancen zusammensetzen. Jede Basisfarbe hat eine Ziffer und einen Buchstaben. Außerdem erhält jede ihrer Farbnuancen eine zusätzliche Ziffer. Auch Lichtechtheit, Wirkung des Farbtons auf dunklem und hellem Grund sowie umgekehrt die Umsetzung von schwarzer und weißer Schrift auf dem Farbton sind auf der einzelnen Fächerkarte zu sehen. Mit HKS 4K – 40 – 30 ist also ein ganz bestimmtes dunkles Gelb gemeint. Missverständnisse sind ausgeschlossen.

Entwickelt wurde der Farbfächer 1976 von den Druck- und Künstlerfarbenherstellern Hostmann-Steinberg, Kast + Ehinger und H.Schmincke & Co., die mit ihren Anfangsbuchstaben auch gleichzeitig Namensgeber waren. Sie einigten sich auf eine einheitliche Farbgebung und ermöglichten damit Farbsicherheit für die von ihnen angebotenen Produkte und Anwendungsbereiche für Druck, Textil, Kunststoff, Fahrzeuge und Siebdruck. Anhand des Fächers können sich Designer und Drucker auf einen ganz bestimmten Farbton festlegen und diesen vorhersehbar und wiederholt reproduzieren – unabhängig vom Material, auf das gedruckt wird.

Das war eine große Hilfe für die Praxis, denn jedes Material nimmt Farbe anders an. So ist für die Farbwirkung im Druck zum Beispiel das verwendete Papier ein sehr wichtiger Faktor. Auf glattem, glänzendem Papier wirken Farben strahlender und leuchtender als beispielsweise auf Naturpapier. Denn der Kontrast vom hellen Papierweiß zur aufgedruckten Farbe ist hier sehr groß. Demgegenüber ist Naturpapier nicht ganz so hell, so dass die aufgedruckten Farben weniger hervorstechen und daher anders wirken.

Daher müssen die Farben für jede Papierart etwas anders gemischt werden, um gedruckt auch auf verschiedenen Materialien gleich auszusehen. Dementsprechend gibt es die HKS-Farben farbangepasst für verschiedene Papiertypen: HKS-K für gestrichene Papiere, HKS-N für Naturpapiere, HKS-E für Endlospapier und HKS-Z für Zeitungspapier. Zudem können die HKS-Farben auch für den Vierfarbdruck in die entsprechenden CMYK-Farben umgerechnet werden, die alle Farbtöne mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz darstellen und im Druck am häufigsten Verwendung finden.