Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen unserer Website zu ermöglichen und Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Wenn Sie auf unserer Website weitersurfen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ok

 

17.12.2003

Farbe ist mehr als Lösungsmittel und Pigmente

Schutz, Haltbarkeit und gute Verarbeitungsqualität: Eine ganze Palette von Inhaltsstoffen verleiht jeder Farbe ihre speziellen Eigenschaften

Farbe ist mehr als Lösungsmittel und Pigmente

Farbe ist Sinneseindruck, Gestaltungsmittel und Anstrichstoff. Nach der DIN-Norm 5033 ist Farbe ein "nur durch das Auge vermittelter Sinneseindruck“. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Farbe auch das, was der Maler und Lackierer mit Pinsel, Farbroller oder Spritzpistole auf Wandflächen und Bauteile aufbringt – technisch gesprochen ein Anstrichstoff oder besser: ein Beschichtungsstoff. Doch woraus besteht Farbe überhaupt?

Bindemittel gehören zum nicht flüchtigen Anteil eines Anstrichstoffs und bleiben deshalb auch nach dem Trocknen auf der Fläche. Das Bindemittel verbindet die Pigmente und – sofern benötigt – die Füllstoffe untereinander. Ferner muss das Bindemittel die Verbindung zum Untergrund herstellen. Viele Anstrichstoffe werden nach ihrem Bindemittel benannt.

Pigmente im Sinne der DIN 55 945 sind praktisch unlösliche anorganische oder organische, bunte oder unbunte, aktive oder inaktive Farbmittel. Auf schwermetallhaltige Pigmente wird im Handwerk und für den Heimwerker seit einiger Zeit verzichtet. Füllstoffe hingegen werden für viele verschiedene Anwendungen benötigt, um die technischen oder optischen Eigenschaften der Farbe zu verbessern.

Lösemittel sind Flüssigkeiten, welche die Bindemittel ohne chemische Umsetzung lösen. Verdünnungen bringen den Anstrichstoff auf die notwendige Verarbeitungskonsistenz. Sowohl Lösemittel als auch Verdünnungen müssen sich während des Trocknungsprozesses restlos verflüchtigen.

Farbe ist mehr als Lösungsmittel und Pigmente

Das einfachste Löse- und Verdünnungsmittel ist Wasser. Wasser löst Leim, weshalb es zur Verdünnung der Leimfarbe verwendet wird. Da der Leimfarbenanstrich nach der Trocknung reversibel ist, lässt dieser sich mit Wasser wieder entfernen. Dispersionen sind ebenfalls wasserlöslich und mit Wasser verdünnbar. Das Entfernen einer Dispersionsfarbe mit Wasser ist jedoch nicht möglich, besonders, wenn scheuer- oder wetterbeständige Qualitäten verwendet werden. Hochwertige Dispersionsfarben sind lösemittel- weichmacher- und emmisionsfrei.

Terpentinöl findet nur noch in Naturlacken Verwendung als Lösungsmittel. Professionell wird ein Terpentin-Ersatz, auch Testbenzin genannt, in Alkydharzlacke und vielen Polymerisatharzfarben eingesetzt. Die Technik ist inzwischen soweit, dass auf aromatische Lösemittel und Verdünnungen verzichtet werden kann. Die Lackindustrie ist bestrebt, auf Lösemittel immer mehr zu verzichten. Wasserverdünnbare Lacke und Lackfarben sind daher oft mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet.

Ohne Hilfsstoffe ist ein Anstrichstoff nicht perfekt. Sie lassen diesen beispielsweise wie gewünscht verlaufen, verhindern die Bildung von Bläschen oder bewirken, dass sich die Werkzeuge anschließend wieder gut reinigen lassen. Farbe als Anstrichstoff ist, sofern das Bindemittel es erlaubt, in fast allen Farbtönen lieferbar. Moderne Mischanlagen erfüllen fast unbegrenzt den Wunsch nach Sonderausmischungen, besonders in Kleinmengen.

Farbe in der Praxis dient dem Schutz und der Verschönerung. Daher gibt es einen großen Bedarf nach spezifischen Anstrich- und Beschichtungsstoffen. Diese Nachfrage wird durch ein- oder zweikomponentige, wasserverdünnbare oder lösemittelhaltig formulierte Produkte erfüllt. Verschiedene Dickschicht-Systeme sind frei von Lösemitteln. Auch für den Fassadenanstrich und seine verschiedenartigen Untergründe gibt es ein breites Sortiment an wetterbeständigen Dispersions-, Silikat- und Siliconharzfarben.