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31.10.2007

Farben bringen Energie

Energiezentren spielen in der hinduistischen Religion eine wichtige Rolle und sind eng mit bestimmten Farben verknüpft

Sieben wichtige energetische Zentren liegen entlang der Wirbelsäule des Menschen – so lautet die Lehre im Hinduismus. Diese Chakras genannten Zentren beeinflussen die geistige und körperliche Gesundheit sowie die spirituelle Entwicklung des Menschen. Jedem Chakra sind eine Lotusblüte und eine Farbe zugeordnet, die etwas über dessen Eigenschaften verrät. Nach hinduistischer Vorstellung lassen sich die Chakras mit Farben auch stimulieren.

Die hinduistische Lehre geht von sieben energetischen Zentren aus, die entlang der Wirbelsäule aufgereiht sind. Grafik: Wikipedia.de
Grafik: Wikipedia.de

Wie ein Regenbogen aus dicken Lotusblumenblüten durchziehen die sieben Haupt-Energiezentren im Hinduismus senkrecht den Körper. Sie sind über Energiebahnen miteinander verbunden – im Idealfall fließt zwischen ihnen frei die Energie, so die Vorstellung der Hindu. Ist dieser Energiefluss gestört, beeinträchtigt dies das psychische, seelische und körperliche Wohlbefinden. Ebenso wenn ein Chakra, eine Farbe zu dominant ist oder zu schwach.

Für die westliche Denkweise und Medizin ist diese Lehre schwer nachvollziehbar. Vor allem, da es keine wissenschaftlichen Beweise für ihre Richtigkeit gibt. Über östliche Heilpraktiken und Entspannungsübungen wie Yoga und Meditation hält sie jedoch zunehmend Einzug auch in Deutschland. Was für viele eher nach esoterischem Unsinn klingt, bedeutet für andere eine alternative Menschbetrachtung und Heilmethode.

Ob nun ein Mensch im inneren Gleichgewicht und gesund ist, können nach der hinduistischen Lehre durch geistige und körperliche Übung empfindsam gewordene Menschen schon an seinem Erscheinungsbild erkennen. Denn da jedes Chakra eine eigene Farbe hat und diese für derart empfindsame Menschen auch nach außen hin als so genannte Aura um den Menschen sichtbar ist, können Störungen anhand der Aura diagnostiziert werden. Denn die Farben der geschwächten Chakras leuchten nicht so stark. Solche Störungen und Blockaden lassen sich jedoch lösen, Krankheiten heilen. Denn die schwachen Chakras können nach Vorstellung der Hindu stimuliert werden. Zum Beispiel mit ihren eigenen Farben, etwa durch bestimmte Farbleuchten, wie sie in der Farbtherapie angewandt werden. Aber auch Massagetechniken, Yoga und Entspannungsübungen dienen laut fernöstlicher Lehre diesem Ziel.

Körperliche Gesundheit inklusiver gesunder Ernährung und Lebensweise ist notwendige Voraussetzung für die von den Hindu angestrebte vollkommene Erleuchtung. Für den Weg dorthin sind bei den sieben Hauptchakras das unterste und das oberste von großer Bedeutung.

Denn im untersten, Wurzelchakra genannten, Energiezentrum steckt nach hinduistischer Lehre das schlafende spirituelle Potenzial des Menschen, oft als göttliche kosmische Kraft oder Kundalini bezeichnet. Sie wird symbolisch auch als eine im untersten Chakra schlafende Schlange dargestellt. Erst wenn sie geweckt ist, zum Beispiel durch Yogatechniken, kann der Weg der Erleuchtung beginnen. Er führt durch alle Chakras hindurch bis nach oben auf die höchste Stufe, dem obersten Kronenchakra. Hier kann sich die Kundalini-Kraft mit der so genannten kosmischen Seele vereinigen und Erleuchtung finden.

Das Wurzelchakra befindet sich am Ende der Wirbelsäule und ist rot, manchmal auch golden. Es wird Muladhara genannt und durch einen vierblättrigen Lotus dargestellt. Es steht im Hinduismus für Lebenskraft und -wille, Instinkte, Urvertrauen, Stabilität, Durchsetzungsfähigkeit. Auf der körperlichen Seite sind ihm unter anderem der Beckenboden, Verdauung, Knochen, Beine und Füße zugeordnet. Ist es zu schwach, kommt es laut Lehre zu Störungen in den entsprechenden Organen, zum Beispiel in Form von Verdauungsstörungen, oder seelischen Befindlichkeiten. Die spirituelle Kraft schläft ungenutzt. Die Farbe Rot kann nach Vorstellung der Hindu das Wurzelchakra beleben.

Ist jedoch das Wurzelchakra "gesund" und die Kundalini-Kraft erwacht, kann sie laut Lehre weiter nach oben aufsteigen, hin zum Sakral- oder Sexualchakra (Svadhisthana) mit der Farbe Orange, beziehungsweise Zinnoberrot und der Darstellung als sechsblättriger Lotus. Wie der Name schon sagt, steht es unter anderem für Sexualität – auf gedanklicher und emotionaler Ebene. Störungen in diesem Chakra haben daher nach der Lehre Auswirkungen auf das Liebesleben. Das Sakralchakra steht für Sinnlichkeit, Emotionen, Kreativität und schöpferische Lebensenergie. Ihm sind unter anderem der Beckenraum, die Geschlechts- und Unterleibsorgane, der Blutkreislauf und das Immunsystem zugeordnet.

Ein wichtiges Energiezentrum auf dem weiteren Weg der Kundalini-Kraft nach oben ist das folgende dritte Chakra, Manipura. In ihm sitzen nach Glauben der Hindu als Nabel- oder Solarplexuschakra Wille, Macht, Persönlichkeit und Weisheit. Es leuchtet gelb. Manipura ist auch die Stelle, in die Verteidigungskünstler aus Jiu Jitsu, Karate und Judo "hineinatmen". Aus dieser Körpermitte heraus kommt der Impuls für ihre Bewegung. Viele Schauspieler und Sänger betrachten das Nabelchakra ebenfalls als energetisches Zentrum. In der westlichen Welt ist es damit wohl das bekannteste Chakra. Es wird durch eine Lotusblüte mit zehn Blättern dargestellt. Ihm werden laut hinduistischer Lehre unter anderem der Magen, Dünndarm, Leber, Milz, das vegetative Nervensystem und die Bauchspeicheldrüse zugeordnet.

Grün, manchmal auch rosa ist das Herzchakra, Anahata, und es steht auch im Hinduismus für Liebe, Mitgefühl, Herzenswärme, Beziehung, Offenheit. Ist bei ihm der Energiefluss blockiert, resultieren daraus Verbitterung, Einsamkeit und Probleme, Liebe anzunehmen. Auf körperlicher Ebene sind laut Lehre Herz, Lunge, Bronchien, Blutkreislauf, oberer Rücken und die Schultern von einem schlechten Energiefluss in diesem Chakra betroffen. Auf seinen 12-blättrigen Lotus folgt der 16-blättrige des blauen Hals- oder Kehlchakras. Schultern, Ohren, Hals, Kehlkopf, Kiefer, Speise- und Luftröhre sowie Atmung und Stimme werden ihm zugeordnet und dementsprechend steht Visuddha im Hinduismus für Kommunikation, Musikalität, Singen und Ausdruck der Kreativität.

In Höhe der Stirn liegt Ajna, das Stirnchakra. Es wird von den Hindu auch drittes Auge genannt, da nach ihrem Glauben von diesem Chakra hellseherische Fähigkeiten ausgehen sollen. Es wird als Lotus mit zweimal 48 Blätter dargestellt und ist tief indigofarben. In ihm finden laut Lehre Intuition, Weisheit, Erkenntnis, Wahrnehmung und Vorstellungskraft ihren Ursprung. Als Organe sind ihm Augen, Nase und Nebenhöhlen, Tastsinn, Gehirn und Hypophyse zugeordnet.

Wer seine Kundalini-Kraft bis in dieses Zentrum aufsteigen lassen kann, ist nach hinduistischer Vorstellung schon sehr weit – kurz vor dem Kronenchakra Sahasrara, dem tausendblättrigen Lotus, das die Hindu über dem Kopf, auf dem Scheitel lokalisieren. Das Kronenchakra ist der Lehre nach dem Mittelhirn und der Epiphyse zugeordnet, hat jedoch eine schützende Wirkung auf den gesamten Organismus.

Nur wenige Hindu gelingt es, bis zur Erleuchtung vorzustoßen und ihre spirituelle Kraft bis in dieses violette oder weiße Chakra aufsteigen zu lassen. Steht im Christentum Violett für Glauben und Göttlichkeit, ist die Farbe im Hinduismus ein Zeichen der Erleuchtung, die höchste Stufe der Erkenntnis, das universelle Bewusstsein, Spiritualität und Vollendung. Ein Mensch mit einer violetten Aura wäre im Hinduismus jedoch kein gesunder, erleuchteter Mensch. Nur wenn alle Chakras im Einklang, gleich stark sind und sich die Farben wie ein Regenbogen als Aura um den Menschen legen, ist er nach hinduistischer Vorstellung innerlich und äußerlich gesund. (ab)