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10.06.2015

Farbiges Wasser auf dem Rückzug

Die Grüne Lagune begeistert Touristen auf Lanzarote – doch nun verschwindet sie nach und nach

Ein Vulkan, glühend heißes Magma, das Meer und eine Alge: Das sind die Zutaten für die Entstehung eines der interessantesten Naturphänomene auf der Kanareninsel Lanzarote – der Grünen Lagune in der Nähe des Fischerörtchens El Golfo. Touristen sind fasziniert von dem grün leuchtenden Gewässer, das nur gut hundert Meter vom blauen Meer entfernt liegt. Doch die Lagune ist in Gefahr: Durch Verdunstung hat sie bereits einen großen Teil ihrer einstigen Fläche eingebüßt.

Die Kanareninsel Lanzarote verdankt ihre Existenz vulkanischer Aktivität: Eine stetige Folge von unterseeischen Ausbrüchen beförderte so viel Material aus dem Inneren der Erde nach oben, dass schließlich eine Insel aus dem Meer stieg. Weitere Ausbrüche schufen Felsmassive, Berge und Ebenen und schließlich die karge Landschaft, die Touristen heute an Lanzarote schätzen.

Im Südwesten der Insel, nahe dem heutigen Fischerdörfchen El Golfo, traf bei einem dieser Ausbrüche aufsteigendes, glühend heißes Magma auf Meerwasser. Das Wasser verwandelte sich schlagartig in Dampf und es kam zu einer sogenannten phreatomagmatischen Explosion, die einen Krater in das Gestein sprengte.

Dieser Krater ist augenscheinlich vom Meer getrennt, hat jedoch zum Ozean eine unterirdische Verbindung, über die immer wieder Meerwasser nachströmen kann. Durch Verdunstung verliert die Lagune ständig Wasser, weshalb der Salzgehalt sehr hoch ist. Im Wasser des Kratersees können nur Lebewesen existieren, die an den hohen Salzgehalt angepasst sind.

Besonders deutlich wird die Färbung durch den Gegensatz zum Blau des Meeres. Foto: Frank Vincentz, CC-Lizenz via Wikimedia Commons
Grüne Lagune und Meer

So hat sich die Alge Ruppia maritima angesiedelt, die das Wasser – je nach Jahreszeit und Lichteinfall – gelbgrün bis giftgrün färbt. Anders als ihr Name vermuten lässt, ist sie eigentlich kein Meeresbewohner, sondern eine Süßwasseralge, die auch mit extremen Salzkonzentrationen noch zurechtkommt.

Die Grüne Lagune ist jedoch bedroht: In den vergangenen Jahrzehnten ist sie stark geschrumpft und droht nun ganz auszutrocknen. Offenbar ist der Zufluss von Wasser aus dem Meer teilweise versiegt – warum, darüber kann nur spekuliert werden. Vermutet wird, dass die Meeresbrandung Sand und Steine in die unterseeischen Verbindungskanäle spült und diese so nach und nach verstopfen. Um das Gleichgewicht nicht weiter zu stören, haben die Behörden das Ufer der Lagune bereits für Besucher gesperrt. Ob das die Lagune jedoch retten kann, ist fraglich. (ud)