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16.04.2004

Farbsystem auf der Basis menschlicher Wahrnehmung:

Das Natural Colour System

Das schwedische Farbsystem ermöglicht die einfache Bestimmung von Farben

Mit dem Natural Colour System NCS wollen schwedische Farbforscher den Umgang mit Farben wesentlich vereinfachen. Das Farbsystem soll jedem farbtüchtigen Menschen die leichte Bestimmung von Farben ermöglichen. Die Grundlage zur Definition einer Farbe ist im NCS nicht der Vergleich zwischen verschiedenen Farben, sondern allein deren Wahrnehmung. Das System beschränkt sich damit auf die Beschreibbarkeit einer Farbe.

Das NCS hat die Form eines Doppelkegels. Die markierte Farbe entspricht der Farbbezeichnung S 1050-Y90R.(Das NCS-Logo ist ein eingetragenes Warenzeichen der Scandinavian Colour Institute AB. Das Natural Color System®© und die NCS-Bezeichnungen sind Eigentum der Scandinavian Colour Institute AB. ©SCI 2004)
©SCI 2004

Anders Hård und seine Kollegen griffen für das Konzept die Opponententheorie des Physiologen Ewald Hering auf, der im 19. Jahrhundert die Gegenfarbtheorie mit den Farbpaaren Gelb und Blau, Grün und Rot, Schwarz und Weiß aufstellte. Als Ausgangspunkte für seine Forschungsarbeiten zum NCS wählte Hård zudem das Farbsystem Tryggve Johanssons, der Herings Ansatz in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts weiter entwickelt hatte, und den Farbatlas von Sven Hesselgren. Hårds Forschung begann in den sechziger Jahren. Eine erste Version des NCS lag 1968/1969 vor.

Das NCS basiert auf der grundlegenden menschlichen Farbwahrnehmung. Der Mensch empfindet sechs Farben als reine Grundfarben – auch wenn diese nach Kriterien der Farbmischung nicht unbedingt alle rein sind. Das sind die unbunten Farben Weiß und Schwarz und die Bunttöne Gelb, Rot, Blau und Grün. Auf der Basis dieser sechs reinen Farben ist das NCS in Form eines Doppelkegels als logisches Farbsystem aufgebaut.

An Spitze und Basis des Doppelkegels liegen Weiß und Schwarz, zwischen denen die Unbuntachse verläuft. Im Zentrum des Doppelkegels, auf dem Äquator, sind die vier bunten Farben in gleichen Abständen zueinander in einem Farbkreis angeordnet. Die Gegenfarben liegen sich dabei gegenüber. Jedes Viertel zwischen zwei Grundfarben ist durch eine Skala, die den prozentualen Anteil einer Farbe angibt, in 100 gleiche Stufen unterteilt. So bedeutet etwa die Bezeichnung Y25R, dass es sich bei dem Farbton um ein Gelb (Y) mit 25 Prozent Rotanteil (R) handelt, die Bezeichnung Y70R, dass das Gelb 70 Prozent Rotanteil hat.

Im Zentrum des Doppelkegels sind die vier bunten Elementarfarben in gleichen Abständen zueinander in einem Farbkreis angeordnet.(Das NCS-Logo ist ein eingetragenes Warenzeichen der Scandinavian Colour Institute AB. Das Natural Color System®© und die NCS-Bezeichnungen sind Eigentum der Scandinavian Colour Institute AB. ©SCI 2004)
AB. ©SCI 2004)

Von jedem Buntton aus ergeben sich jeweils in Verbindung mit Weiß und Schwarz Farbdreicke, Längsschnitte durch den Farbkörper. Die Basis der gleichseitigen Dreiecke ist die Unbuntachse, während an der Spitze der jeweilige Farbton in maximaler Sättigung liegt. Innerhalb des Dreiecks erhält der jeweilige Ton mehr oder weniger Sättigung und wird heller oder dunkler. Auch diese Abstufungen des Farbtons werden in Prozent angegeben.

So bekommt jede Farbe einen exakten Platz. In diesem dreidimensionalen System können damit alle Farben beschrieben und mit unmissverständlichen NCS-Bezeichnungen versehen werden. Diese Bezeichnungen orientieren sich neben dem Farbton auch daran, welchen Farbanteil, also welche Sättigung, und welchen Schwarzanteil ein Farbton besitzt.

Die Farbdreicke ergeben sich von jedem Buntton aus in Verbindung mit Weiß und Schwarz. Hier das Dreieck des Bunttons Y90R.
©SCI 2004

So sagt zum Beispiel der Code S 2030-Y90R Folgendes über die Farbe aus, die er definiert: Die Farbe hat einen Schwarzanteil von 20 Prozent, einen Buntanteil von 30 Prozent. Y90R gibt die Lage des Farbtons auf dem Farbkreis an – er liegt im Rot-Orange-Bereich. Die unbunten Farben werden allein durch den Schwarzanteil gekennzeichnet, während der Buntanteil bei 00 liegt. Demnach hat ein mittleres Grau die Zahlenkombination 5000.

Das NCS ermöglicht es einem Betrachter, die Farbe eines Körpers rein visuell zu erfassen. Allein auf der Basis der Wahrnehmung kann er geistig ihren Ort innerhalb des Systems relativ exakt bestimmen, ohne eine Vielzahl von Farbtafeln hinzuziehen zu müssen. Der NCS-Atlas mit den unterschiedlichen Farbdreiecken stellt damit keinen Farbkatalog im üblichen Sinne dar, sondern ist lediglich eine Illustration des Farbsystems. Damit ist das Natural Colour System eine wertvolle Alternative zu Systemen wie Munsell oder Ostwald, die eher auf der Basis des Vergleichs der Farben arbeiten.

Weitere Informationen:
Scandinavian Colour Institute, verantwortliche Eigentümerin des NCS. »