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02.02.2011

Farbtrends 2011: Sanftes Gelb, Azurblau und viele dunkle Holztöne

Der Trendforscher Axel Venn sieht in diesem Jahr neben luftigen Farbtönen rustikale Gestaltungselemente auf dem Vormarsch

Eine Rückkehr zum sanften Gelb, oft in Kombination mit Grau und Grün, eine Vorliebe für sanftes Azurblau und viele braun-erdige Holztöne: Das sind die Farbtrends für das Jahr 2011, erklärt der Farb- und Trendforscher Professor Axel Venn. Prägend sei in diesem Jahr auch eine Renaissance der Folklore, was in Deutschland unter anderem bedeute: Kuckucksuhren, Badezuber aus Holz, Hirschgeweihe, Stickereien und natürlich die zugehörigen Karomuster und Farben. Venn ist Professor für Farbgestaltung und Trendscouting an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim und gilt als einer der führenden Experten für Farbtrends.

Gelb tritt 2011 besonders oft in Kombination mit Grau oder Grün auf. Foto: Brillux
Inneneinrichtung.  Foto: Brillux

Zu dem für das Jahr 2011 propagierten Trend zum Gelb erklärt Venn: "Das hat nichts mehr mit dem warmtonigen Gelb aus dem mediterranen Bereich zu tun."  Vielmehr gehe es um ein Gelb mit hohem Anteil an Grau- und Grüntönen, das auf diese Weise eine eher zurückhaltende Note erhalte. Etwas kräftiger fallen hingegen die typischen Blautöne aus: Im Trend liege ein sanftes Azurblau, das sich beispielsweise auch als Tönung im Weiß wiederfinden könne.

Ein wichtiger Trend werde die Rückkehr zum Volkstümlichen sein: Während in Nordeuropa in der Wohnraumgestaltung Elemente wie Rentierfelle auftauchen, erleben in Deutschland das Kuhfell auf dem Boden, die Kuckucksuhr an der Wand und das Hirschgeweih als Leuchter an der Decke eine Wiederauferstehung. Dazu gehören natürlich auch die entsprechenden Karomuster – sie müssen ja nicht unbedingt in Weißblau gehalten sein. Untrennbar zu diesem Stil gehört natürlich Holz mit allen seinen Brauntönen und seiner oft rauen, mit Patina versehenen Oberfläche.

Etwas kräftiger ist das in Innenräumen häufig eingesetzte Azurblau. Foto: Brillux
Azurblau in Innenräumen.  Foto: Brillux

Überhaupt das Thema Patina: Solche lebendigen, von Gebrauchsspuren gezeichneten Oberflächen werden stark an Bedeutung gewinnen. Axel Venn spricht von "einer Neudefinition von Ursprünglichkeit", die sich in Elementen wie Riefen, verrosteten Flächen oder Sägeblattcharakteristiken niederschlägt. Hinter dieser (oft nur vermeintlichen) Patina verbergen sich in Wahrheit meist sehr hochwertige Materialien. Oft werden dabei Elemente aus Ostasien ins europäische Umfeld übertragen.

Prägend sei 2011 zudem ein sehr grafisch betonter Stil mit Kreisflächen, rechten Winkeln und deutlichen Farbkontrasten – ein Stil, der an die Kunst Piet Mondrians erinnere. In der Architektur werde das Thema Offenheit und die "Sehnsucht nach draußen", wie es Venn beschreibt, an Bedeutung gewinnen: "Die Fenster werden größer, sie öffnen die Sicht in den Garten. Das Wohnen endet dann nicht mehr an der Fassade."

Welche Farbtrends auch immer gerade vorherrschen: Nicht müde zu betonen wird Venn, dass er von reinem Weiß als Gestaltungsfarbe im Wohnraum überhaupt nichts hält. "Das verhindert das Glück der Leute – es gibt nichts Unmenschlicheres als Weiß." Er rät, Weiß grundsätzlich farbig abzutönen: "Das gibt ihm einen Ton, eine Schwingung. Das täte allen gut."  (ud)