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Glossar

Ob "autonome Farbe" oder "monochromatisch" – viele Begriffe aus dem Themenbereich Farbe sind einfach nicht Teil der Alltagssprache. Um das Verständnis für einige wichtige Bezeichnungen zu erleichtern, finden Sie diese im Glossar erläutert.

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Farbabstufung

Durch die Beimischung von Schwarz, Weiß, Grau oder einer anderen, auch bunten Farbe. Die Abstufungen können stärker oder schwächer ausfallen, je nachdem, wie sehr die ursprüngliche Farbe verändert wurde. Zwischen der anfänglichen und der abgestuften Farbe, dem Farbton, besteht eine Farbtonverwandtschaft.

 
Farbe

Der Begriff Farbe ist vieldeutig, genormt als Sinneseindruck, der durch Licht einer bestimmten oder mehrerer Wellenlängen hervorgerufen wird. Farbe entsteht durch das Zusammenwirken äußerer (physikalischer) und innerer (physiologischer) Faktoren. Der Eindruck einer bestimmten Farbe tritt auf, wenn durch die jeweiligen Lichtteilchen die Photorezeptoren in der Netzhaut des Auges auf eine ganz bestimmte Weise angeregt werden. Die Kombination der Erregungsmuster der Photorezeptoren wird dann im Gehirn zum Farbeindruck verrechnet. Trifft das Licht verschiedener Spektralfarben im Auge auf die selbe Stelle der Netzhaut, so entsteht ein einziger Farbeindruck. Das menschliche Auge kann rund 160 monochromatische Farbreize unterscheiden. Ein Gegenstand (nicht selbständig leuchtender Körper) erscheint in einem bestimmten Farbton, weil er nur die Farben des auf ihn treffenden weißen Sonnenlichts absorbiert (beispielsweise Rot) und den Rest (alle übrigen Spektralfarben) reflektiert. Neben den bunten Farben gibt es unbunte Farben. Sie reichen von Weiß über die verschiedenen Grautöne bis zum Schwarz.
1. Sinneseindruck.
2. Umgangssprachlich für pigmentische Beschichtungsstoffe.

 
Farbenblindheit

Der Begriff Farbenblindheit ist im Grunde irreführend, da nur die wenigsten Menschen tatsächlich farbenblind sind. Die meisten leiden an einer Beeinträchtigung ihrer Farbwahrnehmung, da ihnen ein Teil ihrer Farbrezeptoren in der Netzhaut fehlt. Sie sind dann beispielsweise nicht in der Lage, Rot und Grün oder Blau und Gelb auseinander zu halten. Diese Menschen sind dann keine Trichromaten, sondern Di- oder im Extremfall Monochromaten. Ganz selten gibt es auch Menschen, die gar keine Zapfen besitzen, die so genannten Stäbchenmonochromaten.

 
Farbenlehre

Lehre von der Entstehung und Ordnung der Farben, ihrer eindeutigen Benennung und ihrer Wirkung auf das menschliche Auge. Sie benutzt die Erkenntnisse der Physik, Physiologie und Psychologie.

 
Farbfamilie

Farben, die auf demselben Buntton basieren und durch Beimischungen anderer Farben zu diesem entstehen. Farben gehören so lange zu einer Farbfamilie, wie der Grundton im Verhältnis der Mischung überwiegt. Die Farbfamilie wird immer nach dem zugrunde liegenden Buntton benannt. So gehören beispielsweise alle Grüntöne zur Farbfamilie Grün und alle Rottöne zur Farbfamilie Rot.

 
Farbklang

Farben werden nicht nur visuell begriffen, sondern u. a. auch akustisch. Dieses liegt darin begründet, dass die verschiedenen Sinneseindrücke (Hören, Sehen, Tasten, Schmecken) zwar durch unterschiedliche Rezeptoren aufgenommen werden, die Interpretation von allen Sinneseindrücken aber im Gehirn entsteht. Dabei kann es zu Verknüpfungen - sogenannten Synästhesien - kommen. Farben werden somit nicht nur als rot, gelb, blau usw. empfunden, sondern beispielsweise auch als warm, kalt, süß, sauer usw. interpretiert. In diesem Zusammenhang können Farbklänge oder auch Farbkompositionen entwickelt werden. Ein Farbklang besteht dabei immer aus unterschiedlichen Farbtönen, unterschiedlichen Helligkeiten oder Sättigungen. Je größer die Kontraste dabei gewählt werden, desto "lauter" wird der Klang.

 
Farbkonstanz

Der menschliche Sehapparat nimmt Farben konstant wahr, obwohl sich die Farbe des Tageslichts über den Tag hinweg verändert: Morgens und abends ist es rötlicher, mittags bläulicher. Diesem Phänomen der Farbkonstanz liegt ein Zusammenspiel von Netzhaut und Gehirn zu Grunde.

 
Farbkontrast

Wenn zwischen zwei oder mehreren nebeneinanderliegenden Farben deutliche Unterscheide bestehen, spricht man von Farbkontrast. Die Wirkungen von Farben können durch Kontrastfarben verstärkt oder abgeschwächt werden.

 
Farbkontraste nach Johannes Itten

Farben beeinflussen sich gegenseitig und sind voneinander abhängig. Der Künstler Johannes Itten, Lehrer am Bauhaus, beschrieb die Beziehungen und Effekte der Farben untereinander in seiner Theorie der sieben Farbkontraste:

Farbe-an-sich-Kontrast
Er entsteht, wenn reine Farben in bunter Zusammenstellung verwendet werden. Den stärksten Ausdruck des Farbe-an-sich-Kontrastes erhält man durch die Verknüpfung der Primärfarben Rot, Blau und Gelb - die Wirkung ist immer laut, kraftvoll und entschieden, die der Sekundärfarben eher leise und ausgeglichen. Der Farbe-an-sich-Kontrast findet sich beispielsweise in der mittelalterlichen Buchmalerei, aber auch bei modernen Malern wie Matisse, Miro, Picasso oder Kandinsky.

Hell-Dunkel-Kontrast
Er bezieht sich auf die Anwendung der unterschiedlichen Helligkeiten und Tonwerte der Farben. Alle Farben können mit Weiß aufgehellt oder mit Schwarz gedunkelt werden. Der Hell-Dunkel-Kontrast kommt sowohl bei den unbunten Farben Schwarz, Weiß und Grau als auch bei den Buntfarben vor. Gleiche Helligkeiten machen Farben verwandt, während ein starker Hell-Dunkel-Kontrast Plastizität entstehen lässt, da helle Farben nach vorne streben und dunkle in den Hintergrund zurücktreten. Maler, bei denen der Hell-Dunkel-Kontrast eine besondere Rolle spielt, sind beispielsweise Rembrandt, Goya und Velazquez.

Kalt-Warm-Kontrast
Der Kalt-Warm-Kontrast bezeichnet die unterschiedliche Empfindung von Menschen beim Anblick von Farben: Rotorange gilt als die wärmste, Blaugrün als die kälteste Farbe. Versuche haben gezeigt, dass blaue Räume als "kalt" empfunden werden, bei gleicher Zimmertemperatur orange-rote aber als angenehm "warm". Die Farben der linken Hälfte des Farbkreises, also von Blauviolett bis Gelbgrün, gelten allgemein als kalt, die rechte Hälfte, also Gelb bis Rotviolett, als warm. In der Landschaftsmalerei unterstützt der Kalt-Warm-Kontrast den räumlichen Eindruck, da sich weiter entfernte Farben Richtung Blau verschieben, also kälter werden.

Komplementär-Kontrast
Der Komplementär-Kontrast beschreibt die Wirkung zweier Farben, die als Buntton die größte Verschiedenheit haben. Die Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber. Dadurch, dass sie so gegensätzlich sind, steigern sie sich gegenseitig. Direkt nebeneinander platziert, erreichen Komplementärfarben höchste Leuchtkraft und höchste Farbwirkung, wodurch jede Farbe voll zur Wirkung kommt. In der Malerei spielt der Komplementär-Kontrast im Expressionismus eine große Rolle.

Simultan-Kontrast
Seine Wirkung beruht auf dem Komplementärgesetz, nach dem jede reine Farbe physiologisch nach der Gegenfarbe "verlangt". Ist diese Farbe nicht vorhanden, so erzeugt der menschliche Sehsinn simultan die Komplementärfarbe. Ein intensives Grün lässt ein daneben stehendes neutrales Grau deshalb rötlich erscheinen, während ein sattes Rot das gleiche Grau grünlich wirken lässt. Zu einer gegebenen Farbe bildet sich in der Wahrnehmung gleichzeitig (simultan) die Komplementärfarbe und bewirkt eine scheinbare Veränderung der benachbarten Farbflächen. Systematisch erforscht wurden die gegenfarbigen Kontraste durch den Chemiker Eugène Chevreul. Sie sind durch ihn zur technischen Grundlage der modernen Malerei geworden.

Qualitäts-Kontrast
Der Qualitäts-Kontrast entsteht zwischen gesättigten, leuchtenden Farben und stumpfen, gebrochenen Farben, also durch Unterschiede in der Farbqualität. Die Strahl- und Leuchtkraft der Farben kann durch das Beimischen von Weiß, Schwarz, Grau oder das Mischen der Komplementärfarben verändert werden. Der Qualitäts-Kontrast lässt sich durch benachbarte Farben beeinflussen, beispielsweise wirken verhüllte Farbtöne neben einem neutralen Grau immer noch leuchtend und intensiv.

Quantitäts-Kontrast
Der Quantitäts-Kontrast beruht im Unterschied zum Qualitätskontrast auf der Gegenüberstellung verschieden großer Farbflächen. Wenn diese in bestimmten Verhältnissen vorliegen, ist die optische Wirkung der Farben gleich intensiv und wird daher als harmonisch empfunden. Beispielsweise entspricht ein Teil Orange zwei Teilen Blau. Ein Teil Gelb entspricht etwa drei Teilen Violett. Rot und Grün entsprechen sich hingegen in gleichen Flächenanteilen.

 
Farbkreis (Farbenkreis)

Ein Farbkreis ist de facto ein idealisiertes Modell. Isaak Newton formte um 1700 erstmals einen Farbkreis, indem er die Farben des von ihm entdeckten Spektrums zu einem Kreis schloss. Er verband das langwellige Rot mit dem kurzwelligen Violett. In Newtons Spektrum und Farbkreis befindet sich als siebente Farbe das Indigo.

Johann Wolfgang von Goethe schuf in seiner Farbenlehre verschiedene Farbkreise. Am bekanntesten ist der 12-teilige psychologische Kreis. Im 6-teiligem Farbkreis standen sich schon die Primär-(Ur)- und Sekundär- (Zweit-)farben komplementär gegenüber: Gelb und Violett, Rot zu Grün und das Blau zum Orange.

Der ständig verfeinerte sechsteilige Farbkreis ist das Standardmodell des Malers – ob Künstler oder Baumaler – um Beziehungen, Übergänge, Mischergebnisse und Kontraste der Farben zu begreifen und zu erklären.

Auch Johannes Ittens 12-teiliges Gebilde ist letztlich so aufgebaut. Der Farb- und Formlehrer am Bauhaus paarte seinen Farbkreis mit der Akkordiklehre. Die verschiedenen Farbkreise sind Wegbegleiter für die unterschiedlichen Farbsyteme

 
Farbmischung, additive

Mischen der Lichtfarben, auch optisches Mischen genannt. Trifft das Licht verschiedener Spektralfarben aufeinander, so entsteht ein einziger Farbeindruck. Bei der additiven Farbmischung werden die Teilspektren zu einem Gesamtspektrum "addiert", das dann die Photorezeptoren in der Netzhaut des Auges auf eine bestimmte Weise anregt. So ergibt beispielsweise die Mischung von Rot und Grün den Farbeindruck Gelb. Werden alle Spektralfarben überlagert, so entsteht Weiß. Die additive Farbmischung beginnt folglich mit Schwarz und endet mit Weiß. Die drei Grundfarben werden je nach Theorie unterschiedlich erklärt: Grün, Orange (Orangerot, Rot), Violett (Blauviolett). Die Dreikomponentenlehre stammt von Young, dem geistigen Nachfahren Newtons, aus dem Jahr 1827. Hiernach lassen sich aus den Grundfarben des Lichts Grün, Rot und Violett alle anderen Farben mischen. Das Mischen zweier Grundfarben ergibt immer einen helleren Farbton als den der Ausgangsfarben. Aufgegriffen und weiterentwickelt hat die Dreikomponentenlehre später der deutsche Physiker und Physiologe Hermann von Helmholtz.

 
Farbmischung, subtraktive

Das Mischen von farbigen Anstrichstoffen oder Pigmenten ist eine subtraktive Farbmischung. Die Farbteilchen eines Anstrichstoffs absorbieren jeweils verschiedene Teile des Lichts, und gesehen wird schließlich die Farbe, deren Anteil von der Gesamtheit der Teilchen am wenigsten verschluckt wird. Vom ursprünglich vorhandenen Lichtspektrum – meist Weiß – wird durch jede Teilfarbe ein Stück "subtrahiert". So ergibt zum Beispiel die Mischung von Gelb und Rot Orange.

Wissenschaftlich betrachtet sind die Sekundärfarben des additiven Mischens die Bunttonbezeichnungen der Primärfarben des subtraktiven Mischens, nämlich Gelb, Magenta, Cyan. Jedoch sind diese mit den Grundfarben des Farbkreises Gelb, Rot und Blau nur bedingt identisch. Folglich ergeben beim subtraktiven Mischen von Gelb, Rot, Blau die Sekundärfarben Orange, Violett und Grün.

Das Ergebnis einer subtraktiven Farbmischung ist im Gegensatz zur additiven Farbmischung nicht mit absoluter Genauigkeit vorhersagbar, da die Eigenschaften eines Pigments nicht so leicht bestimmbar sind, wie die Wellenlänge eines Lichtstrahls. Außerdem können beispielsweise die chemischen Eigenschaften der Farben einen Einfluss auf das Ergebnis haben.

 
Farbraum

Ein Farbraum ist ein mehrdimensionaler Raum, der Farben nach einem bestimmten System ordnet. Aus der Wahl der Grundfarben ergibt sich ein Koordinatensystem, in das die Farben eingeordnet werden.

 
Farbsehen

Als Farbsehen wird der Teil des Sehens bezeichnet, der die Fähigkeit der Unterscheidung verschiedener Farben beschreibt. Die Fähigkeit zum Farbsehen kann bei unterschiedlichen Lebewesen unterschiedlich ausgeprägt sein. Siehe auch Monochromaten, Dichromaten, Trichromaten und Tetrachromaten.

 
Farbstoffe

Farbstoffe sind wie Pigmente Farbmittel. Im Unterschied zu Pigmenten lösen sich Farbstoffe in bestimmten Binde- oder Lösemitteln. In Holzbeizen, besonders aber zum Färben von Textilien und Leder werden Farbstoffe eingesetzt.

 
Farbsysteme

Systeme zur Ordnung der Farben nach ihrer Ähnlichkeit. Die Systeme reichen vom einfachen Farbkreis bis zur dreidimensionalen Ordnung. Mehr als siebzig Farbsysteme sind bekannt. Zu einem gut "lesbaren" Farbsystem sollten zwischen 1200 und 1600 Farbtöne gehören.

 
Farbton

Der Begriff Farbton wird oft als überholte Definition des Bunttons dargestellt. Inzwischen hat sich jedoch eine andere Bedeutung eingebürgert: Der Farbton bezeichnet die Nuancierung oder Abstufung einer Farbe – im Gegensatz zum Buntton, der die Stellung und den Ort innerhalb eines Farbkreises oder Farbraums bestimmt.

 
farbtüchtig

Ein Mensch mit normalem Farbensehen wird als farbtüchtig bezeichnet. Normalsichtig im Bereich Farbe sind alle Menschen, deren Farbsehvermögen auf dem Einsatz dreier unterscheidlicher voll funktionsfähiger Rezeptortypen in der Retina beruht.

 
Flotte

Beim Färben von Textilien die Lösung oder Suspension, die den Farbstoff und optional auch Hilfsstoffe enthält.

 
Fluoreszenz

Form der Lumineszenz. Fluoreszierende Farben oder Stoffe strahlen nach Lichteinwirkung Licht gleicher oder größerer Wellenlänge wieder ab. Dabei fallen Atome, die durch die Lichteinwirkung in einen angeregten Zustand versetzt wurden, wieder auf ihren Grundzustand zurück. Dabei kommt es zur Lichtemission.

Im Gegensatz zur Phosphoreszenz wird das Licht bei der Fluoreszenz unmittelbar nach der Anregung wieder abgestrahlt – etwa nach einer Milliardstel bis einer Millionstel Sekunde. Sie dauert damit nur etwa so lange wie die Anregung selbst.

 
Fluoreszierende Farben

Fluoreszierende Farben zeigen sich nur bei Anstrahlung durch bestimmte Lichtquellen. Diese Farben basieren auf anorganischen sowie organischen fluoreszierenden Pigmenten. Sie reagieren primär auf eine Bestrahlung mit UV-Licht, aber auch auf Röntgen-, Elektronen- und α-Strahlen oder Leuchtstoffröhren mit UV-Effekt und sind nur dann sichtbar. Sie dienen auch besonderen Effekten der Bühnenbeleuchtung.

 
Forsius, Aron Sigfried

Astronom, Priester und Neuplatoniker, geboren 1550 im heutigen Finnland, gestorben 1637, Professor für Astronomie im schwedischen Uppsala. Forsius entwickelte das vermutlich älteste Farbsystem, das heute bekannt ist und diese Bezeichnung tatsächlich verdient. Das System wurde im Jahr 1611 in einem Text über Physik erwähnt, der sich mit dem Sehen befasst. In dieser Abhandlung macht sich Forsius Gedanken über Farben und gelangt zu dem Schluss, dass sie in einer räumlichen Struktur angeordnet werden können.

 

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