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25.07.2012

Gratwanderung in Gold und Schwarz

Die beiden klassischen Farbtöne erleben derzeit eine neue Blüte – sind jedoch mit Vorsicht einzusetzen

Die Dosis macht das Gift: Dieser uralte Grundsatz der Medizin gilt auch für die Gestaltung mit Farben – und ganz besonders für die Farben Gold und Schwarz. Einzeln oder miteinander kombiniert liegen diese in der Raumgestaltung derzeit im Trend. Doch kommt es bei ihrem Einsatz auf die richtige Dosierung an: Bei kaum einer anderen Farbkombination ist der Grat zwischen edel und überladen, zwischen effektvoll und düster so schmal wie bei Gold und Schwarz.

Zu üppig dosiert, wirkt Gold sehr schnell protzig oder kitschig. Foto: Melo, Photocase.com
Spiegel, Foto: Melo, Photocase.com

Keine Farbe, die seit Jahrtausenden mehr für Kostbarkeit und edle Reinheit steht wie Gold: Mit Goldfarbe bemalt oder mit Blattgold verkleidet waren die Festsäle und Gemächer edler Fürsten, und ohne Gold sind die üppig ausgestatteten Kirchen und Schlösser des Barock ebenso undenkbar wie die Kunst der Antike. Da liegt es auf der Hand, dass auch Gold als Farbe wieder Einzug in die moderne Wohnraumgestaltung hält – nachdem hier seit einigen Jahren ein Trend zurück zu klassischen und traditionellen Gestaltungselementen eingesetzt hat.

Es sind vor allem Wohnaccessoires wie Bilderrahmen, Vasen oder Kissenbezüge und auch einzelne Möbelstücke, für die Gold verwendet wird. Beliebt ist Gold auch als Element in Tapetenmustern. Zugute kommt der Farbe hierbei, dass sie mit zahlreichen anderen Farben wie Braun, Grün, Rot oder Violett kombiniert werden kann. Eine in Gold gestrichene Wand ist jedoch nach wie vor der Ausnahmefall, kann jedoch beispielsweise in Bädern, die im Stil eines orientalischen Hammam gestaltet werden sollen, durchaus angebracht sein.

Schwarz wird häufig nur für Einzelstücke wie Möbel verwendet – schwarze Wände sind immer noch die Ausnahme, obwohl sie interessante Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Foto: juliwerk, Photocase.com
Schwarzer Tisch, Foto: juliwerk, Photocase.com

Schwarz hingegen ist eigentlich keine richtige Farbe und hat in der Gestaltung von Wohnräumen immer nur als eine Art Kontrastmittel eine Rolle gespielt. Denn Schwarz kann, auf kleinen Flächen dezent eingesetzt, die Wirkung anderer Farbtöne hervorheben und verstärken. Dabei hat Schwarz als Farbton durchaus weitere Vorzüge, die sich in der Farbgestaltung einsetzen lassen: Es kann eine puristische und dezente, ja geradezu noble Atmosphäre schaffen. Denkt man etwa an schwarze Limousinen oder das legendäre "Kleine Schwarze", so zeigt sich, dass sich mit Schwarz durchaus gestalterische Werte schaffen lassen. Schwarz bleibt dabei neutral und verträgt sich mit allen anderen Farben.

Wie beim Gold beschränkt sich der Einsatz von Schwarz häufig auf Accessoires wie Lampen, Kissenbezüge oder Kleinmöbel. Doch auch als Farbe für einzelne Wandstücke kann Schwarz durchaus interessante Gegensätze schaffen: Verwendet wird Schwarz häufig in Kombination mit Weiß. Dabei kann es als extrem kontrastreicher Hintergrund für Farbtöne wie Gelb oder Rot dienen, die vor dieser Kulisse eine besonders hervorstechende Wirkung erzielen können.

Sogar Badkeramiken werden seit kurzem wieder in Schwarz angeboten. Der Kontrast zum Weiß bietet einen interessante Hintergrund für lebendige Farben wie Rot. Foto: Brillux
Bad, Foto: Brillux

Zum Eindruck von edler Klasse, den das Schwarz erzeugen kann, passt selbstverständlich keine andere Farbe besser als Gold – weshalb auch die Kombination beider Farben derzeit sehr beliebt ist. Diese passt beispielsweise gut zum warmen Braunton eines Holzbodens, wodurch sich Gemütlichkeit mit edler Eleganz verbinden lässt.

Allerdings liegen im Einsatz der Trendfarben Gold und Schwarz auch Gefahren: Zu viel Schwarz kann ein Zimmer schnell in einen tristen Ort verwandeln, weshalb es nur im großzügigen Ambiente eingesetzt werden sollte, in dem viel Licht vorhanden ist. Mit zuviel Gold hingegen wirkt der Raum schnell kitschig – oder er verströmt statt dezenter Noblesse nur noch überladene Protzigkeit. (ud)