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27.04.2005

Grauer Star: Wenn die Farbe im Alter verblasst

Die Linsentrübungen lassen zunächst blaue Teile des Lichts verschwinden

Störungen beim Farbensehen müssen nicht unbedingt angeboren sein wie etwa eine Rot-Grün-Schwäche. Sie können auch erworben sein. Eine der häufigsten Ursachen für ein beeinträchtigtes Farbensehen im Alter ist der Graue Star, bei dem eine Eintrübung der Linse für die Veränderung der Farbwahrnehmung verantwortlich ist. Unbehandelt kann die auch Katarakt genannte Sehstörung schließlich sogar zur völligen Erblindung führen.

Durch den Grauen Star kann sich das Sehen dramatisch verändern: links der Blick durch ein gesundes Auge, rechts das veränderte Bild
Durch den Grauen Star kann sich das Sehen dramatisch verändern: links der Blick durch ein gesundes Auge, rechts das veränderte Bild

Die Katarakt ist eine sehr häufige Augenerkrankung, bei der sich die Linse im Auge zunehmend eintrübt. Ursprünglich ist die Linse klar. Sie ist – vergleichbar mit dem Linsenapparat in einer Kamera – zuständig für das scharfe Sehen auf unterschiedliche Entfernungen, denn sie bündelt das einfallende Licht und fokussiert es damit auf einen Punkt. Die farbliche Zusammensetzung des Lichts wird dabei kaum beeinflusst.

Die Eiweißstrukturen in der Linse verändern sich jedoch mit fortschreitendem Alter, wodurch die Lichtdurchlässigkeit der Linse nachlässt: Sie wird milchig gräulich. Durch diese Linsentrübung wird das Licht nicht mehr fokussiert, sondern im Gegenteil teils stärker gestreut und teils abgefangen. Mit der Zeit kommt es zu immer massiveren Beeinträchtigungen des Sehens. Die Betroffenen klagen etwa über ein unscharfes, mattes oder verzerrtes Bild, Doppelbilder und starke Blendungserscheinungen durch Gegenlicht oder Sonne. Kontraste verlieren an Schärfe.

Die Trübung bewirkt zunächst aber häufig auch eine Verschiebung des Lichtspektrums vom blau-grünen zum gelb-roten Bereich und führt dadurch zu einer veränderten Farbwahrnehmung. Die milchige Linse streut und absorbiert kurzwelliges – also bläuliches – Licht deutlich stärker als die gesunde klare Linse, wodurch ein Teil des Blauanteils verloren geht. Die gesamte Umwelt erscheint leicht ins Rötliche verschoben und die Betroffenen leiden unter einer Blauschwäche. Im weiteren Verlauf der Katarakt wird das Farbsehen wie das Sehen insgesamt mehr und mehr eingeschränkt. Die Farben verlieren durch die fortschreitende Verschleierung der Linse zunehmend an Intensität. Im Extremfall sehen die Patienten schließlich alles wie durch eine Milchglasscheibe: verschwommen und völlig farblos – grau in grau.

So weit muss es heute allerdings nicht kommen. Durch eine Operation, bei der die eingetrübte Linse durch eine künstliche ersetzt wird, können die Patienten in den meisten Fällen wieder klar und deutlich sehen. Weltweit ist der Graue Star jedoch die häufigste Erblindungsursache, denn für viele Menschen ist eine solche Operation unerschwinglich.