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11.05.2011

Pigmente gegen heiße Fassaden

Neue Farbstoffkombinationen verhindern die starke Aufheizung von Außenwänden und eröffnen größte Möglichkeiten der Gestaltung

Wenn im Sommer die Sonne auf die Fassade brennt, kann es heiß hergehen. Auf über 70 Grad Celsius kann die Oberflächentemperatur gedämmter Fassaden aufgrund der solaren Einstrahlung ansteigen – mit unangenehmen Folgen: Durch die extremen Temperaturentwicklungen können Risse im Putz oder Verformungen im Dämmstoff entstehen. Einfachstes Gegenmittel ist die Wahl möglichst heller Farben für die Oberflächen, was allerdings auf Kosten der farbigen Gestaltungsmöglichkeiten geht. Farbtöne wie Dunkelrot, Dunkelblau, Dunkelgrau und viele mehr scheiden damit aus. Doch mit speziellen Rezepturen lässt sich dieses Dilemma umgehen: Sie reflektieren in dem für die Aufheizung relevanten Infrarotbereich besonders viel Solarstrahlung, hinterlassen aber dennoch einen dunklen Farbeindruck.

Dunkle Farbtöne waren bei Fassaden bisher kritisch: Die extreme Aufheizung im Sommer konnte auf Dauer zu Schäden an der Oberfläche führen. Foto: Brillux
Fassade, Foto: Brillux
Die Gestaltungsmöglichkeiten an der Fassade waren bisher nur eingeschränkt. Mit dem SolReflex-System von Brillux hat sich nun das farbliche Spektrum extrem erweitet. Foto: Brillux
Fassade, Foto: Brillux

Die entscheidende Messgröße für die Helligkeit einer Oberfläche, wie sie vom menschlichen Auge wahrgenommen wird, ist der sogenannte Hellbezugswert. Er gibt den Reflektionsgrad eines bestimmten Farbtons an, der sich zwischen Schwarz mit dem Wert 0 und Weiß mit dem Wert 100 bewegt. Ein Hellbezugswert von 80 bezeichnet daher einen sehr hellen Farbton, während Werte von 10 oder 20 für sehr dunkle Farben stehen. Generell gilt außerdem: Je mehr Licht von einer Oberfläche reflektiert wird, desto heller erscheint sie und desto weniger Licht und damit Energie absorbiert sie.

Kleine Werte für den Hellbezugswert bedeuteten bisher daher auch eine starke Aufheizung der jeweiligen Oberfläche. Als kritisch bei Wärmedämm-Verbundsystemen galten bisher Hellbezugswerte von weniger als 20, bei hochdämmendem Mauerwerk wie Hochlochziegel oder Porenbeton von etwa 30.

Der Aussagekraft des Hellbezugswerts sind jedoch Grenzen gesetzt: Er bezeichnet den beim Menschen entstehenden Helligkeitseindruck und keineswegs die Reflektionswerte des gesamten für die Aufheizung von Oberflächen relevanten Wellenlängenbereich des Sonnenlichts. Dazu gehört neben dem UV-Licht vor allem der infrarote Wellenlängenbereich. Dieses Infrarotlicht ist für den Menschen unsichtbar, transportiert jedoch etwa 58 Prozent der Energie. Wie viel das ist, kann jeder sofort nachvollziehen, der einmal an einem sonnigen Wintertag im Gebirge im T-Shirt in der Sonne gesessen hat. Nur 39 Prozent der Sonnenenergie treffen in Form von sichtbarem Licht auf der Erde ein.

Genau hier setzt der Farbenhersteller Brillux mit seinem neuen SolReflex-System an: Durch die für das System entwickelten speziellen Farbtonrezepturen wird im Infrarotbereich deutlich mehr Solarstrahlung reflektiert als im für den Menschen sichtbaren Bereich des Lichts. Wird der Schlussanstrich mit solchen Beschichtungen durchgeführt, erscheint die Oberfläche zwar dunkel, reflektiert jedoch besonders viel Infrarotstrahlung und heizt sich daher wesentlich weniger stark auf. So liegen die Oberflächentemperaturen um bis zu 20 Kelvin niedriger als bei Beschichtungen mit herkömmlichen Rezepturen – bei weitgehend gleichem Farbeindruck.

Typischer Temperaturverlauf einer gedämmten Außenwand, Foto: Brillux
Temperaturkurve, Foto: Brillux
Für die Aufheizung von Fassaden relevante Solarstrahlung, Foto: Brillux
Wellenlängen, Foto: Brillux

Damit werden die kritischen Werte von über 70 Grad Celsius nicht mehr erreicht, ab denen mit Schäden und einer schnelleren Alterung der Wärmedämm-Verbundsysteme gerechnet werden muss. Dies gilt sogar für Farbtöne mit Hellbezugswerten von unter 10, für die bisher teure zusätzliche Schutzmaßnahmen wie beispielsweise doppelte Gewebelagen, spezielle Armierungsmaterialien und Dämmplatten empfohlen wurden. Damit haben Handwerker, Architekten und Farbgestalter nun freie Hand bei der Gestaltung gedämmter Außenfassaden.

Als Beschichtungsstoffe, die auf eine geringe Aufheizung der Fassade optimiert sind, bietet Brillux eine Acryl- und eine Silicon-Fassadenfarbe an, die nach dem Brillux Farbsystem getönt werden können. Für individuelle dunkle Farbtöne erstellt Brillux auf Wunsch eigens die passende Rezeptur. Ob der gewünschte Farbton realisiert werden kann, lässt sich für viele Farbtöne auch über die Farbtonsuche unter www.brillux.de/solreflex ermitteln.

In der Regel reicht ein zweimaliger Anstrich mit den optimierten Beschichtungsstoffen aus. Da Infrarotlicht unter Umständen auch Anstriche durchdringen kann, sind nur Putzuntergründe zulässig, die entweder weiß oder ebenfalls mit einer auf geringe Aufheizung abgestimmte Tönung oder mit einer Tönung nach dem Brillux Basecode-System versehen sind. Unter diesen Bedingungen bietet sich das SolReflex-System auch für Sanierungen an.

Neben der nun mit rund 5.000 Farbtönen nahezu unbeschränkten Freiheit in der Farbgestaltung bietet das SolReflex-System noch einen weiteren Vorteil, der sich gerade in den Sommermonaten positiv bemerkbar macht: Da sich die Fassade weniger stark aufheizt, steigen an heißen Sommertagen auch die Innenraumtemperaturen weniger stark an. (ud)