Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen unserer Website zu ermöglichen und Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Wenn Sie auf unserer Website weitersurfen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ok

 

05.08.2015

Rot statt Orange

Warum die international gültigen Gefahrensymbole nun die Farbe gewechselt haben

Explosionsgefährlich! Hochentzündlich! Ätzend! Giftig! Die orangen Quadrate mit solchen Gefahrenbezeichnungen prangten seit Jahrzehnten auf den Behältnissen von Chemikalien, Reinigungsmitteln und vielen Industrieprodukten. Das ist bald vorbei: In zwei Jahren werden die letzten Verpackungen mit den orangen Quadraten aus den Lagern verschwunden sein. Gewarnt wird dann nur noch in Rot: Die künftig ausschließlich gültigen Gefahrensymbole werden von aufgestellten, roten Quadraten umrahmt.

Bei den alten, nun nicht mehr verwendeten Symbolen war Orange die dominierende Farbe. Grafik: gemeinfrei
Alte Symbole. Grafik: gemeinfrei

Hinter der Umstellung steckt ein sehr langwieriges Verfahren, bei dem die Vereinten Nationen (UN) maßgeblich beteiligt waren: Ziel war es, in einer globalisierten Welt auch ein weltweit einheitliches System für die Kennzeichnung von Chemikalien zu schaffen.

Dieses bereits im Jahr 2002 beschlossene System trägt den sperrigen Namen "Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals" – kurz GHS. Die EU hat auf Basis dieses Systems eine Verordnung erarbeitet, in der die festgelegten Anforderungen umgesetzt und zudem Fristen festgelegt werden, bis wann die neuen Regelungen die alten komplett abgelöst haben müssen. Diese Verordnung trat im Januar 2009 in Kraft.

Eine der wichtigsten Fristen hierzu ist erst vor einigen Wochen verstrichen: Seit dem 1. Juli 2015 müssen alle in der EU hergestellten chemischen Substanzen mit den neuen Gefahrenlabels versehen sein. Lagerbestände mit den alten, orangen Symbolen dürfen noch bis zum 1. Juni 2017 abverkauft werden.

Die neuen Symbole stehen alle in einem roten, aufgestellten Quadrat. Grafik: gemeinfrei
Neue Warnsymbole. Grafik: gemeinfrei

Warum aber der Wechsel von Orange zu Rot? Psychologen haben schon in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass gerade Rot mit Gefahr verbunden wird. Verkehrsschilder, die besondere Aufmerksamkeit einfordern, sind Rot. Eine rote Ampel bedeutet: Halt! Eine Aufforderung in Orange hingegen empfinden die meisten Menschen als weniger dringlich und hält sie lediglich dazu an, aufzupassen.

Verändert wurden mit der Umstellung auch einige der eigentlichen Symbole: Das schwarze Kreuz – bisher für "Reizend" und "Gesundheitsschädlich" stehend – ist gänzlich verschwunden. Vor reizenden Substanzen warnt nun ein dickes Ausrufezeichen, während ein menschlicher Oberkörper auf gesundheitsschädliche Stoffe hinweist.

Den Weg zum Rot ist bereits 2007 die Internationale Atomenergiebehörde IAEA gegangen. Damals wurden die Warnschilder für Radioaktivität von Gelb zu Rot umgestellt – ein Schritt, dem damals sogar Feldstudien mit Kindern einer internationalen Schule vorausgingen. Mit der Einführung der neuen Gefahrhinweise für alle Bereiche bedeutet die Farbe Rot nun überall auf der Welt: Gefahr! (ud)