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12.12.2003

Sehen statt Riechen

Farbsehen löste bei den Vorfahren des Menschen bei der Partnerwahl die Pheromone ab

Verbessertes Farbsehen machte bei den Vorfahren des Menschen sexuelle Duftstoffe überflüssig. Das behauptet ein amerikanischer Anthropologe. Während so genannte Pheromone vor allem die Anwesenheit eines potenziellen Paarungspartners verraten, erkennt das Auge ungleich mehr Informationen über ein Mitglied des anderen Geschlechts.

Die Unterscheidung von Rot und Grün war in der Evolutionsgeschichte lange Zeit den Weibchen vorbehalten.
Waldmotiv mit grünen und roten Bäumen

Die Natur verließ sich daher mehr auf den verbesserten Gesichtssinn. Somit verkümmerten beim Menschen und seinen Verwandten die Gene für Duftstoffe, argumentiert Jianzhi Zhang von der Universität Michigan in Ann Arbor.

Der Forscher hatte von der Evolution ausgemusterte menschliche Gene untersucht, die früher einmal Informationen zur Verarbeitung von Pheromonen enthielten. Er fand, dass sie vor etwa 23 Millionen Jahren ihre Funktion eingebüßt haben müssen. Wenige Millionen Jahre vorher hatten die Vorfahren der Affen der Alten Welt, von denen auch der Mensch abstammt, ihre Fähigkeit zum Farbsehen verbessert: Rot-Grün-Unterscheidung, die bis dahin nur mithilfe von Erbinformationen auf zwei X-Chromosomen möglich war, konnte durch eine Genverdopplung nun auch mit nur einem X-Chromosom erreicht werden. Während bis zu diesem Zeitpunkt nur Weibchen problemlos Grün und Rot unterscheiden konnten, waren dadurch nun auch die Männchen dazu in der Lage.

Damit einher geht bei den Affen auch die Entwicklung farbenprächtiger Signale auf der Haut, mit denen bei Mitgliedern des anderen Geschlechts die eigenen Vorzüge angepriesen werden, schreibt Zhang. Affen in Amerika, bei denen auch heute nur die Weibchen problemlos Rot und Grün unterscheiden, verlassen sich bei der Paarung dagegen immer noch auf Pheromone.

 

Weitere Informationen:

PNAS