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22.05.2013

Wasserzeichen für Designermode

Wissenschaftler entwickeln mit dem bloßen Auge unsichtbares farbiges Signet

Schwedische Forscher haben eine Art Wasserzeichen für Textilien entwickelt: Das farbige Muster soll auf hochwertige Markenmode aufgebracht werden und ist nur unter polarisiertem Licht zu sehen. Da die Muster extrem schwer zu kopieren sind, könnten am Zoll oder im Großhandel plagiierte Designerstücke leicht erkannt werden, erklären die Wissenschaftler. Das Wasserzeichen wird mithilfe eines eigens produzierten Garns in den Stoff eingearbeitet.

Unter gewöhnlichem Licht sind die Muster nicht zu sehen. Foto: Christian Müller, Chalmers Universität
Muster, Foto: Foto: Christian Müller, Chalmers Universität

Der Handel mit gefälschter und plagiierter Markenmode habe in den vergangenen Jahren in Europa extrem zugenommen, berichten die Wissenschaftler von der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg. Die Imitate seien häufig kaum von den Originalen zu unterscheiden und kämen teilweise in großer Zahl auf den Markt – zum Schaden von Designern, Modelabels und Großhändlern.

Die Hersteller hochwertiger Markenmode haben daher ein Interesse daran, ihre Produkte mit einer unverwechselbaren Signatur zu versehen. Auf der Suche nach einer Lösung stießen die Göteborger Forscher um Christian Müller auf ein Verfahren, wie es ähnlich schon zum Schutz von Banknoten eingesetzt wird. Kernstück der Technik sind Textilfasern, die mit speziellen Farbstoffen eingefärbt werden. Die Fasern können aus synthetischen Materialien wie Nylon, aber auch aus natürlichen Rohstoffen wie Wolle oder Seide bestehen.

Die Mustere zeigen sich erst, wenn die Fasern mit polarisiertem Licht beleuchtet werden. Foto: Christian Müller, Chalmers Universität
Gesicht, Foto: Christian Müller, Chalmers Universität

Die Farbstoffe selbst sind so beschaffen, dass sie das einfallende Licht absorbieren – polarisiertes Licht, bei dem die Lichtwellen in einer Ebene schwingen, wird von ihnen jedoch reflektiert. Mittels eines ausgeklügelten Systems beim Aufbringen dieser Farbstoffe auf die Faser können so farbige Streifenmuster auf den Fasern erzeugt werden, aus denen sich durch eine gezielte Anordnung der Fasern sogar farbige Bilder herstellen lassen. Zu sehen sind diese Bilder nur, wenn sie mit polarisiertem Licht beleuchtet werden. Mit gewöhnlichem Licht sind sie für das bloße Auge unsichtbar.

"Für die Hersteller von Plagiaten dürfte es sehr schwierig werden, die unverwechselbare Kombination von Farbstoffen und Faser zu kopieren", erklärt Christian Müller. Gerade bei den Farbstoffen sei die Fülle möglicher Substanzen extrem groß. Das Verfahren könnte nicht nur für Bekleidung eingesetzt werden, sondern auch für andere hochwertige Textilprodukte, wie sie beispielsweise im Automobilbau eingesetzt werden. (ud)