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02.01.2004

Wie Farben auf die Psyche wirken

Gelb schafft Ideen, Blau holt auf den Boden zurück: Die Grundmuster sind allgemeingültig, sagen Farbforscher

Die Welt ist bunt: Der Himmel ist blau, die Wälder sind grün, die Sonne verschwindet abends rotorange hinter dem Horizont und Blüten leuchten in nahezu allen Farben des Regenbogens. Doch nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch umgibt sich mit Farben. Diese bringen nicht nur Abwechslung ins Leben, sie haben immer auch eine bestimmte Wirkung auf den Menschen. Manche Farbtöne sind beruhigend, manche regen an und andere erleichtern beispielsweise kreatives Arbeiten.

Wie Farbe auf die Psyche wirkt, ist im Detail eine Frage des individuellen Charakters.
Sonnenblumen

Welche Farbe für welche Situation die richtige sein kann, hängt immer auch vom individuellen Gemütszustand und von der Persönlichkeit ab. Doch bestimmte Grundeigenschaften und Tendenzen sind allgemein gültig. Eine Farbe besitzt immer einen ihr entgegengesetzten Pol: eine Farbe, die im Farbkreis genau gegenübersteht und in vielen Aspekten einen gegenteilige Wirkung zeigt. Diese Polaritäten spielen eine entscheidende Rolle. Die Eigenschaften einer Farbe können besser begriffen werden, wenn sie nicht allein, sondern im Zusammenhang betrachtet werden.

Zum Beispiel stehen sich Gelb und Blau gegenüber. Farbberater wie zum Beispiel Gerd Schilling vom Institut für Farbendynamik in Bretzfeld beschreiben Gelb als eine sehr helle, leichte Farbe. Sie steht für Offenheit, Großzügigkeit, Leichtigkeit und Freiheit, für Information und Kommunikation. Gelb bringt Bewegung in eine Sache, schafft Ideen und Geistesblitze.

Sportwagen in rot

Blau dagegen steht den Höhenflügen des Gelb entgegen und holt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Farbe ist dunkel und schwer, rational und logisch, steht für Beständigkeit, Ruhe und Besonnenheit. Zwar stehen sich die beiden Farben in Farbkreis und Wirkung gegenüber, doch können sie in Kombination Erstaunliches erreichen: Beide Farben wirken im Bereich des Denkens. Das Blau fördert das logische Denken, während das Gelb dafür sorgt, dass das Denken überhaupt in Schwung gerät und die Kommunikation unterstützt. Daher empfehlen Farbberater die Kombination von Blau und Gelb häufig für die Bürogestaltung.

So wie Gelb und Blau die Achse von leicht und schwer, von hell und dunkel bilden, liegt zwischen den Farben Rot und Grün die Achse des Gleichgewichts, erklärt der Farbberater Schilling. Diese beiden Farben liegen im Bereich des Handelns. Rot ist dabei Aktivität und Dynamik, jedoch nicht ungerichtet wie das Gelb, sondern zielgerichtet. Rot steht für bewusstes Handeln, Tatkraft, Aktion. Grün liegt diesem aktiven Pol als ruhender Pol passiv entgegen. Grün lässt tun, bleibt eher im Hintergrund, ist dabei ein wenig träge und wirkt eher im Unbewussten.

Die Wirkung der dazwischenliegenden Farben wie zum Beispiel Orange lassen sich im Prinzip aus denen dieser vier Hauptfarben erschließen. So vereinen sich im Orange die Leichtigkeit und Kreativität des Gelbs mit der zielgerichteten Tatkraft des Rots. Somit erhält die freie, ungerichtete Energie des Gelbs eine Richtung, was Orange zur anregendsten Farbe schlechthin macht. Orange ist der Mittler zwischen dem freien Geist (Gelb) und dem realen Tun (Rot). Doch wirkt die leuchtende Farbe zwarzunächst anregend, stärkend und belebend, kann eine Überdosis rasch ins Gegenteil umschlagen, und das Orange wirkt dann laut, unruhig und nervenaufreibend. Für alle Farben gilt, das ein Zuviel eine positive Wirkung leicht ins Negative umkehrt. Daher raten Farbberater, bei der Gestaltung lieber ein wenig zu vorsichtig zu agieren als zu plakativ vorzugehen.