05.07.2006

Wie Farben helfen können, den Ball zu treffen

Mit farbigen Kontaktlinsen können Sportler besser sehen

Sport im Freien stellt die Augen vor ganz besondere Herausforderungen. Sie müssen mit grellen Blendeffekten zurechtkommen, ständig von Sonnenlicht auf Schatten und wieder zurück schalten und heranrasende Bälle vor wechselnden Hintergründen erkennen. Da die Linse des Auges die unterschiedlichen Wellenlängen des Sonnenlichts nur bei guten Lichtverhältnissen genau auf die Netzhaut bündeln kann, muss der Sportler Einschränkungen seiner Sehschärfe in Kauf nehmen. Besonders problematisch ist dabei der Blauanteil: Wegen der kürzeren Wellenlänge fokussiert die Linse das blaue Licht deutlich vor der Netzhaut – mit der Folge, dass das Bild unscharf wird. Spezielle für Sportler entwickelte farbige Kontaktlinsen sollen diesen Nachteil ausgleichen.

Farbige Kontaktlinsen lassen den Sportler nicht nur besser sehen. Sie können auch irritierend auf den Gegner wirken. Foto: Nike
Farbige Kontaktlinsen lassen den Sportler nicht nur besser sehen. Sie können auch irritierend auf den Gegner wirken. Foto: Nike

Die vom Sportartikelhersteller Nike zusammen mit dem Kontaktlinsenproduzenten Bausch und Lomb entwickeln Linsen kommen in zwei Farben daher: orange und grau-grün. Beide Varianten lassen nur einen kleinen Teil des blauen Wellenlängenbereichs durch und vermindern so die optische Streuung – und damit die Unschärfe – nach Angaben der Entwickler etwa um die Hälfte.

Die orangefarbene Variante ist für den Einsatz bei schnellen Ballsportarten wie Tennis oder Fußball gedacht, bei denen die Sportler ihre Augen sehr schnell auf Licht oder Schatten einstellen müssen. Sie filtert nicht nur blaues, sondern auch grünes Licht aus dem Spektrum heraus und sorgt so dafür, dass sich der Ball besser vom Hintergrund abhebt. Die grau-grünen Linsen sollen dagegen Blendeffekte bei Sportarten wie Golf verhindern, die hauptsächlich in hellem Sonnenlicht stattfinden. Sie betonen die roten und die grünen Anteile des Spektrums und heben so Geländekonturen und Details stärker hervor.

Zusätzlich haben die Linsen die gleiche Funktion wie eine Sonnenbrille, ohne jedoch deren Nachteile mitzubringen. So vermindert die Tönung die Notwendigkeit, die Augen gegen die Sonne zusammenzukneifen, sodass der Sportler entspannter um sich blicken kann. Da die Linse etwas größer ist als die Iris, wird auch das von der Seite hereinfallende Licht minimiert – was ebenfalls die Sicht des Sportlers verbessert.

Und auch das ungewöhnliche Aussehen könnte für den Linsenträger von Vorteil sein: Wer wäre schließlich nicht irritiert, wenn er dem Gegner in die Augen schaut und dort statt einer braunen, blauen oder grauen Iris auf ein leuchtendes Orange trifft?

Weitere Informationen:
Informationen zu den "MaxSight"-Linsen