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03.11.2003
  

Blütenfledermäuse sehen Blumen im UV-Licht

Evolutionärer Vorteil: Die Flugsäuger können damit im Zwielicht Blüten besser erkennen


Eine Blütenfledermaus aus der Karibik kann Licht aus dem ultravioletten Bereich des Spektrums sehen. Das hat ein internationales Forscherteam bei den Kleinsäugern entdeckt. Im Zwielicht wird das Wellenlängenspektrum des Lichts mehr in den kurzwelligen Bereich verschoben, und manche Blumen reflektieren dann sehr stark UV-Licht. Ihr sehr ungewöhnliches Sehsystem hilft Glossophaga soricina dabei, diese Blüten und damit ihre Nahrungsquelle in der Dämmerung besser zu entdecken.


Das Erstaunliche am Sehsystem der Blütenfledermäuse ist, dass sie überhaupt keine Lichtsinneszellen für die Farbwahrnehmung haben und daher vollkommen farbenblind sind. Bei ihnen ist die Reduktion des Sehapparates so weit fortgeschritten, dass sie keinerlei Zapfen besitzen und nur mit den lichtempfindlicheren Stäbchen sehen. Sie nehmen den gesamten Wellenlängenbereich von etwa 310 bis 600 Nanometern und damit auch UV-Licht mit diesem einem Rezeptortyp wahr.

Die Biologen um York Winter von der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie in Seewiesen studierten das Sehvermögen der Fledermäuse in Verhaltensexperimenten. Sie brachten den Tieren in einem computergesteuerten künstlichen Lebensraum zunächst bei, dass nur leuchtende Kunstblüten Nektar enthalten. Nachdem die Blütenfeldermäuse das gelernt hatten, veränderten die Forscher die Wellenlänge des Lichts und dessen Intensität. Dabei stellten sie fest, dass die Kleinsäuger das Leuchten noch bis weit in den UV-Bereich wahrnehmen können. [>>]