
Technisch aufwändiger, aber dafür auch wesentlich schneller, ist das Kontinueverfahren. Hier werden die Stoffe – meist Baumwolle, Polyester oder eine Mischung daraus – ebenfalls geklotzt, also durch ein Farbbad gezogen und anschließend zwischen Walzen abgequetscht. Wie die Farbe danach fixiert wird, hängt von der Art des Farbstoffs und der verwendeten Faser ab. Für strapazierfähige Färbungen bei Baumwollstoffen etwa werden häufig Küpenfarbstoffe eingesetzt. Diese wasserunlöslichen Farbstoffe haften nach dem Klotzen nur lose auf der Faseroberfläche und müssen erst durch Tränken in der so genannten "blinden Küpe" und eine Wasserdampfbehandlung in eine wasserlösliche Form überführt werden. Dabei dringen die Farbstoffe ins Innere der Faser ein, wo sie nach einem Spülprozess durch ein weiteres Bad, diesmal in einem Oxidationsmittel, wieder unlöslich gemacht und somit fixiert werden.
Polyester wird hingegen ausschließlich mit Dispersionsfarbstoffen gefärbt. Sie sind ebenfalls wasserunlöslich und befinden sich wie die Küpenfarbstoffe nach dem Klotzen auf der Faseroberfläche. Im Gegensatz zur Baumwolle genügt bei der synthetischen Faser jedoch ein einziger Schritt zum Fixieren: Der Stoff wird ganz kurz – manchmal nur wenige Sekunden – bei extrem trockener Luft auf knapp 200 Grad Celsius erhitzt. In dieser Hitze lockert sich das kompakte Gefüge der Polyesterfaser auf und der Farbstoff dringt ein, er löst sich sozusagen im Kunststoff, wie es Pogorzelski formuliert. "Dieses Erhitzen darf nur sehr kurz sein, sonst schmilzt die Faser", berichtet der Experte.
In Kontinueverfahren werden aber nicht nur gewebte Stoffstücke, sondern auch Garne gefärbt. Bekanntestes Beispiel: die Indigofärberei von Baumwollfäden für Jeans. "Der Faden wird vereinfacht gesagt immer wieder in die Flotte eingetaucht und dann an der Luft oxidiert. Dabei wird er immer dunkler", erklärt Pogorzelski. Die Färbung ist nur oberflächlich – das Innere des Fadens bleibt hell. Damit der typische Jeansstoff entsteht, wird dieser Kettfaden dann mit einem weißen Schussfaden verwebt. "Jede Jeans ist zuerst dunkelblau", weiß der Experte. Alle anderen Nuancen entstehen erst durch das Waschen mit Steinen, Sand oder speziellen Bleichmitteln. Dabei bilden sich immer dort helle Stellen, wo die gefärbte äußere Schicht des blauen Garns zerstört und das weiße Innere sichtbar wird. [>>]
Polyester wird hingegen ausschließlich mit Dispersionsfarbstoffen gefärbt. Sie sind ebenfalls wasserunlöslich und befinden sich wie die Küpenfarbstoffe nach dem Klotzen auf der Faseroberfläche. Im Gegensatz zur Baumwolle genügt bei der synthetischen Faser jedoch ein einziger Schritt zum Fixieren: Der Stoff wird ganz kurz – manchmal nur wenige Sekunden – bei extrem trockener Luft auf knapp 200 Grad Celsius erhitzt. In dieser Hitze lockert sich das kompakte Gefüge der Polyesterfaser auf und der Farbstoff dringt ein, er löst sich sozusagen im Kunststoff, wie es Pogorzelski formuliert. "Dieses Erhitzen darf nur sehr kurz sein, sonst schmilzt die Faser", berichtet der Experte.
In Kontinueverfahren werden aber nicht nur gewebte Stoffstücke, sondern auch Garne gefärbt. Bekanntestes Beispiel: die Indigofärberei von Baumwollfäden für Jeans. "Der Faden wird vereinfacht gesagt immer wieder in die Flotte eingetaucht und dann an der Luft oxidiert. Dabei wird er immer dunkler", erklärt Pogorzelski. Die Färbung ist nur oberflächlich – das Innere des Fadens bleibt hell. Damit der typische Jeansstoff entsteht, wird dieser Kettfaden dann mit einem weißen Schussfaden verwebt. "Jede Jeans ist zuerst dunkelblau", weiß der Experte. Alle anderen Nuancen entstehen erst durch das Waschen mit Steinen, Sand oder speziellen Bleichmitteln. Dabei bilden sich immer dort helle Stellen, wo die gefärbte äußere Schicht des blauen Garns zerstört und das weiße Innere sichtbar wird. [>>]











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