Schriftgröße     
27.01.2010
  

Die Götter Horus und Ra halfen mit Blei

Ägypten vor 4.000 Jahren: Schwermetallhaltige Schminke hatte auch gesundheitsfördernden Effekt


Das schwarze, grüne oder weiße Make-up machte nicht nur schön, sondern gewährte auch den Schutz der Götter Horus und Ra: So hieß es im Ägypten des Jahres 2000 vor Christus, wo farbige Schminkpasten nicht nur beim Adel in Gebrauch waren, sondern auch bei einfacheren Leuten. Aufgetragen auf die Haut, sollte es dank göttlicher Hilfe vor Krankheiten schützen – eine Vorstellung, über die Ärzte heute nur den Kopf schütteln können: Die farbigen Pasten enthielten große Mengen giftiger Bleiverbindungen. Doch Halt: Nun wiesen französische Forscher nach, dass die farbigen Pasten tatsächlich einen Schutz vor den Augeninfektionen boten, die in den Sümpfen des Niltals damals an der Tagesordnung waren.


Erstmals mit modernen analytischen Methoden untersucht worden war die antike Schminke vor gut zehn Jahren: Bei der Untersuchung von insgesamt 52 Proben aus Gefäßen mit Schminke, die in ägyptischen Fundstätten ausgegraben worden waren und heute im Besitz des Pariser Louvre sind, stießen Wissenschaftler auf verschiedene Bleiverbindungen. Überraschendenderweise waren auch die Schwermetallverbindungen Phosgenit und Laurionit darunter – Mineralien, die in und um Ägypten eigentlich nicht vorkommen und die als weiße Pigmente eingesetzt wurden. Experimente zeigten nun, dass sie sich in einer langwierigen Reaktion aus Bleioxid, Wasser, Kochsalz und Natriumkarbonat wohl schon mit dem damaligen Wissen herstellen ließen.  [>>]