
Die satten Farben des Malers Friedensreich Hundertwasser
Für den Künstler war das Paradies auf Erden bunt – graue Monochromie war die Hölle
Sein Markenzeichen sind die immer wiederkehrenden Motive von Spirale und Zwiebelturm. Seine Bilder gibt es in Tausender-Auflagen, denn der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser entdeckte schon früh den Vorteil des Siebdrucks. Doch die meisten seiner vervielfältigten Kunstwerke sind Farbunikate, haben ihre eigene Farbkomposition. Die beeindruckende Wirkung erreichte er bei gemalten wie gedruckten Exemplaren durch hohe Farbqualität und besondere Farbzusammenstellung. Auch bei seinen Gebäudeentwürfen setzte Hundertwasser auf individuelle Vielfalt, von den unterschiedlichen Fenstern bis zu leuchtenden Kacheln, welligen Fußböden und den obligatorischen Zwiebeltürmchen.
"Farben an sich bedeuten gar nichts. Farben können eine Bedeutung haben, wenn sie in bestimmten Dosierungen gut zusammengestellt und von anderen Farben umgeben sind. Nebeneinandergestellt können sie in ihrer Wirkung eine Art visueller Musik ergeben…", beschrieb Hundertwasser seine Auswahl. Eigentlich hieß er Friedrich Stowasser, wurde am 15. Dezember 1928 in Wien geboren und starb am 19. Februar 2000. Im Laufe seines Lebens änderte er seinen Namen mehrmals: Er übersetzte das slawische Wort Sto, das für hundert steht, und wurde zu Hundertwasser. Aus Friedrich machte er Friedensreich. Später kamen noch die Wörter Regentag und Dunkelbunt hinzu, so dass sein Name bald schillerte wie seine Bilder.
Sein Name verrät viel über sein Farbverständnis: Regentag nannte er sich, als ihm eines Tages auffiel, wie die Farben im Regen leuchten. Für ihn waren Regentage "die Tage, an denen ich arbeiten kann, an denen ich am glücklichsten bin". Dunkelbunt, das war für Hundertwasser die äußerste Konzentration von satter Farbe. Es ist die Dunkelheit der Farben, wenn sie am weitesten von Weiß entfernt sind.
Dem Dunkelbunt setzte er gerne metallische Pigmente oder phosphoreszierende und fluoreszierende Farben als Kontrast gegenüber. Ebenso kombinierte er matte und leuchtende Farben, Öl und Aquarell. Entscheidend für ihn war dabei die Qualität seiner Farben. Hundertwasser stellte sie zumeist selbst her. Die damit verbundene Handarbeit und Beschäftigung mit dem Material gehörte für ihn entscheidend mit zum Malprozess. Zudem machte er sich dadurch frei von dem "toten Material" vorgefertigter Massenware und damit Massenfarben.
Um dennoch eine gute Haltbarkeit zu garantieren, verwendete Hundertwasser nach Möglichkeit anorganische Stoffe wie Vulkansand, Erde, Lehm, Kohle und Holzkohle, grauen und weißen Kalk sowie Ziegel, die es in Gelb, Rot und fast Schwarz gibt. Seiner Meinung nach geben diese Materialien die besten Farben und bieten zudem eine breite Farbskala. Nach dem Zerstoßen mischte Hundertwasser die Rohmaterialen mit Öl oder Ei, mit Acryl, Polyvinyl oder Wachs. [>>]











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