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27.06.2007
  

Hühner stehen auf Orange und Rot

Forscher entdecken die Lieblingsfarben von Geflügel


Schwanzfedern in sattem Dunkelgrün, eine goldgelbe Brust und ein stolz geschwellter roter Kamm auf dem Kopf: Die meisten Hähne sind mit ihrem farbenfrohen Federkleid prächtig anzuschauen. Doch was genau ist es, was anderen Hähnen Respekt einflößt und die Hühner nur so dahinschmelzen lässt? Reicht es, starke Farbkontraste im Gefieder zu haben oder kommt es auch auf die gewählten Farbtöne an? Diese Fragen haben sich zwei britische Forscher gestellt – und sind bei der Suche nach der Antwort auf die Lieblingsfarbe der Hühner gestoßen.


Leicht haben es sich die beiden Wissenschaftler nicht gemacht bei ihrem Versuch herauszufinden, was eine Farbe für ein Huhn attraktiv oder auch nur bemerkenswert macht. Um dieser Frage auf den Grund zu kommen, mussten die Forscher die Welt nämlich zumindest theoretisch mit den Augen eines Huhnes betrachten – und die sehen anders als menschliche. Zuerst einmal besitzen sie nicht drei, sondern vier Arten von Zapfen: einen, der auf UV-Licht reagiert, plus – ähnlich wie der Mensch – einen für kurze Wellenlängen im blauen Bereich des Spektrums, einen für mittlere im grünen und einen für längere Wellenlängen im roten Spektralbereich.

Um die Sache ein wenig zu vereinfachen, entfernten die Biologen bei allen ihren Versuchen den UV-Anteil aus dem Licht. Dann entwarfen sie zwei Farbpaare, die so an die speziellen Eigenschaften der Zapfen im Hühnerauge angepasst waren, dass sie dem Huhn jeweils als Komplementärfarben erschienen: Orange und Blau sowie Rot und Grün. Die Idee dahinter: Da Komplementärfarben in Farbsystemen den größtmöglichen Abstand voneinander haben, konnten die Forscher auf diese Weise sichergehen, dass die Hühner die beiden Farben auch tatsächlich voneinander unterscheiden konnten. [>>]