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18.08.2004
  
Bei den Römern und Griechen gesellten sich dann weitere Pigmente dazu. Vor allem mineralische Pigmente erweiterten die Farbpalette. Aus der römischen Kultur sind zum Beispiel prunkvolle Wandmalereien, von den Griechen etwa die typischen Rot-Schwarz-Keramiken bekannt. Auch wurden in der Antike Pflanzenfarbstoffe wie Indigo populär. Der Handel mit Pigmenten und Farbstoffen blühte.

In den folgenden Jahrhunderten standen vor allem pflanzliche und tierische Farbstoffe wie das wertvolle aus der Purpurschnecke gewonnene Purpur im Vordergrund. Doch bestand nach wie vor Bedarf an anorganischen Pigmenten. Manche mineralischen Pigmente wie zum Beispiel Grünspan wurden bereits sehr früh künstlich hergestellt. So grub man im Mittelalter Kupferspäne und Weinessig in einem Holzgefäß in Pferdemist ein, um nach einigen Monaten das Pigment vom Kupfer kratzen zu können. Bis zum späten 17. Jahrhundert gab es keine bedeutenden Veränderungen, bis im frühen 18. Jahrhundert mit der Entdeckung der Pigmente Berliner Blau und Scheeles Grün die industrielle Herstellung synthetischer Pigmente begann. Das im Jahr 1704 entdeckte Berliner Blau gilt als das erste synthetische Pigment der industriellen Revolution.

Seit dem späten 18. Jahrhundert wurde das bei der Messingherstellung anfallende Zinkoxid oder Zinkweiß als Weißpigment verwendet. Mit der Weiterentwicklung der Chemie gab es nun auch Farben auf Chrom- und Cadmiumbasis, die allerdings gesundheitlich nicht unbedenklich waren. 1828 konnte erstmals Ultramarinblau künstlich hergestellt werden. Bis dahin wurde Ultramarin aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen und war dementsprechend teuer. Mit immer feineren Methoden und verbesserten technischen Verfahren wurden im 20. Jahrhundert dann Pigmente wie zum Beispiel Titandioxid, das heute am meisten verwendete Weißpigment, entwickelt.

Zudem verbesserten sich bereits bekannte Pigmente hinsichtlich Deckvermögen, Transparenz, Brillanz, Beständigkeit und Farbstärke. Dazu kamen in den späten 60er Jahren Pigmente mit Metall- und Perlganzeffekten. Heute ist die Industrie vor allem darauf bedacht, toxikologisch bedenkliche Pigmente zu ersetzen. Auch bemühen sich die Unternehmen um Alternativen für umweltschädliche Herstellungsverfahren. Der Anteil der ursprünglichsten aller Pigmente, der Erdfarben-Pigmente, ist heute verschwindend gering. Auch sie werden meist synthetisch hergestellt.