
Weitere Artikel zum ThemaMit farbigen Steinen malen
Kunstwerke aus bunten Halbedelsteinen haben eine zweitausendjährige Geschichte
Aus der Ferne betrachtet sehen sie aus wie Gemälde, bei näherem Hinsehen sind die Kunstwerke aber nicht gemalt, sondern aus bunten Steinen zusammengesetzt. Die Kunst der Verlegung von Bildern aus harten Steinsorten, auch bekannt unter dem Namen Pietra Dura, ist eine Technik, die sich schon in der Antike einer großen Beliebtheit erfreute, in der Renaissance ihren Höhepunkt erlebte und auch heute noch immer praktiziert wird.
Leuchtende rote, blaue und goldene Federn schmücken einen schillernden, exotischen Vogel, der auf einem von kräftigem grünen Blättern umgebenen Zweig Platz genommen hat. Dies ist keine Szene aus der Natur, sondern Motiv einer besonderen Kunstform, eines vielfarbigen Mosaiks aus wertvollem Stein. Goldener Achat, grüner Beryll, roter Jaspis und blauer Lapislazuli bringen das Bild aus Stein, die so genannte Pietra Dura, zum Leuchten und Glitzern.
Schon in der römischen Kaiserzeit waren farbige Marmorarbeiten sehr beliebt. Mosaiken aus polychromen Platten, entweder als abstraktes oder als figürliches Bild, erlebten ihren Höhepunkt von der augusteischen Zeit bis zum 5. Jahrhundert nach Christus.
An diese Blütezeit knüpften die italienischen Künstler im 16. Jahrhundert an, als sie die Steinschneidekunst zu neuem Leben erweckten. Bald schmückten in Rom fugenlose Flachintarsien aus harten Halbedelsteinen und weichen Marmorsorten Bauten von außen, Wand und Boden wie auch verschiedene Möbelstücke und Ziergefäße, so etwa Tischplatten und Tischstützen mit abstrakten und geometrischen Motiven von innen. Mit Achat, Beryll, Chalzedon, Jaspis, Lapislazuli, Sardonyx und vielen anderen Steinsorten kamen seltene und teure Materialien mit großer optischer Intensität zum Einsatz.
Wichtigstes Zentrum dieser kulturellen Blüte im 16. Jahrhundert war allerdings Florenz, weshalb Pietra Dura auch unter dem Namen "Florentiner Mosaik" bekannt ist. Dort gründeten die Medici 1588 eine Manufaktur, die drei Jahrhunderte lang Höchstleistungen der angewandten Kunst hervorbrachte. Diese Werkstatt hat bis heute überlebt, bringt zwar keine Neuschöpfungen mehr hervor, aber restauriert unter dem Namen "Opificio delle Pietre Dure" erhaltene Kunstwerke. [>>]










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