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20.04.2005
  
Rezepte mit Blutanteil sind nach Meinung von Matthias Stappel vom Freilichtmuseum Hessenpark somit eher kurios und waren keineswegs üblich. Außerdem wäre eine solche Farbe ausschließlich für den Innenbereich – etwa für Fußböden – geeignet. Allerdings wurde vor ungefähr hundert Jahren eine Ochsenblutbeize für den Innenraum entwickelt, erklärt der Restaurator, der sich intensiv mit der historischen Farbe Ochsenblutrot beschäftigt. Dazu wurde frisches, noch warmes Rinderblut während des Abkühlens gerührt und anschließend gesiebt. Diese Blutfarbe konnte dann aufgetragen werden. Sie war jedoch kaum verdünnbar, da schon bei einer zehnprozentigen Verdünnung bereits Grün entstehen würde. Nach dem Trocken erhält man eine rostrote Farbe, die jedoch nicht wasserfest ist. Deshalb muss sie zusätzlich noch fixiert werden, etwa mit Schellack.

Ob tatsächlich Blut in einem Anstrich enthalten ist, lasse sich relativ leicht feststellen, erklärt Stappel: Man schabt ein bisschen von der Farbe ab und hält sie über eine Flamme. Eine Farbe auf Blutbasis brennt oder verkokelt, während die gängigeren Ölfarben eher schmelzen. "Ich habe aber noch kein Haus erlebt, wo wirklich Blut verwendet wurde", so Stoppel.