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01.11.2006
  

Schminken im Altertum - eine ungesunde Geschichte

In der Antike enthielten viele Kosmetika Schwermetalle wie Blei, Kupfer und Mangan


Kleopatras Schönheit ist legendär – wohl nicht zuletzt deswegen, weil man schon im alten Ägypten wusste, mit welchen Mitteln sich die natürlichen Reize optimal hervorheben lassen: Die Augen wurden dunkel umrandet, der Teint mit einer Grundierung intensiviert und Lippen und Wangen mit roter Farbe betont. Gesund waren die antiken Schminkutensilien allerdings nicht – die meisten enthielten Schwermetalle, die auf Dauer die Haut schädigten und bei exzessiver Anwendung sogar zum Tod führen konnten.


Die Ägypterin – und auch der Ägypter, denn Schminken war unter Männern genauso verbreitet wie unter Frauen – liebte es alles andere als dezent: Die Grundierung war in kräftigem Ockergelb oder sogar Dunkelorange gehalten, Venen und Schläfenlinien wurden mit blauer Farbe nachgezogen. Die Augenlider leuchteten in Grün, Rouge färbte Wangen und Lippen. Hand- und Fußflächen sowie Nägel waren mit Henna bemalt und die Brustwarzen mit Goldpuder bestäubt. Besonders betont aber wurden die Augen: Mit dicken schwarzen Strichen färbten die Ägypter die Ränder von Ober- und Unterlid ein, wie man es beispielsweise auch an der berühmten Büste der Nofretete sehen kann.

Erhältlich waren die antiken Kosmetika, genau wie moderne Schminkartikel, in verschiedenen Formen. Häufig wurden sie als Pulver oder Puder eingesetzt, die der modebewusste Ägypter mithilfe von Stäbchen aus Silber, Elfenbein oder Horn applizierte. Alternativ gab es viele der verschönernden Hilfsmittel auch in einer cremeartigen Variante, die in hohlen Pflanzenstängeln aufbewahrt und zum Teil auch damit wie mit einem Stift aufgetragen wurde.

Die verwendeten Substanzen selbst hatten es allerdings in sich. So enthielt die dunkle Augenschminke etwa neben den noch relativ unbedenklichen Bestandteilen Ruß und Eisenoxid auch Manganoxide und das Mineral Galenit. Manganoxide können – besonders, wenn sie mit anderen Substanzen zusammen verwendet werden – Manganstaub freisetzen, der Atemwege und Haut reizt und bei chronischer Einwirkung sogar zu parkinsonähnlichen Symptomen wie Sprach- und Bewegungsstörungen führen kann. Galenit, auch als Bleiglanz bekannt, ist ein Bleisulfid, das wie die meisten Bleiverbindungen schon beim Kontakt mit der Haut giftig wirkt. [>>]