
Weitere Artikel zum ThemaOchsenblutrot macht Fachwerk rot
Doch der Name trügt: Die widerstandsfähige historische Farbe enthält meist kein Blut
Die rotbraunen Balken vieler Fachwerkhäuser sind häufig in dem klassischen Farbton Ochsenblutrot gestrichen. Auch in den Innenräumen der meist alten Gebäude ist der rostrote Farbton oft anzutreffen – vor allem auf Fußböden, aber mitunter auch an alten Truhen. In den allermeisten Fällen basiert der Farbton jedoch keineswegs auf Rinderblut, sondern auf dem Pigment Eisenoxidrot.
Ochsenblutrot: So wird die Farbe häufig genannt, in der die Holzbalken vieler Fachwerkhäuser gestrichen sind. Der typische, rotbraune Anstrich ist haltbar, licht- und wetterbeständig und schützt das Holz. Der rostrote Farbton rührt jedoch keineswegs tatsächlich von Blut her, sondern von Eisenoxiden, also schlicht von Rost.
Eine Farbe auf der Basis von Blut würde sich vor allem für den Außenanstrich auch denkbar wenig eignen, denn sie wäre nicht wasserfest und würde kaum vor Wind und Sonne schützen. Der regional typische Fachwerkanstrich basierte in der Vergangenheit auf einer Ölfarbe auf der Basis von Leinölfirnis, die mit Eisenoxidpigment getönt war. Auch heute wird das traditionelle Eisenoxidpigment noch für Hausanstriche verwendet. Aufgrund seiner ausgezeichneten Verträglichkeit dient es als Pigment für alle Arten von Fassadenanstrichen.
Neben dem rotbraunen Ochsenblutrot findet man auch häufig ein weiteres Eisenoxidpigment, ein ein violettstichiges Braun namens "Caput mortuum", das aus Eisenoxidabfällen aus der Schwefeldioxidproduktion hergestellt wird. Die Bezeichnung geht auf die Alchemisten des Mittelalters zurück. Stammt das Eisenoxidpigment aus schwedischer Produktion, wird es auch Schwedenrot genannt.
Für Ochsenblutrot existieren dennoch einige wenige Rezepte aus dem 19. Jahrhundert, in denen tatsächlich Blut als Inhaltsstoff angegeben ist. Dann fungierte das Blut jedoch als Bindemittel und keineswegs als Farbgeber. Die typische dunkelrote Farbe getrockneten Blutes rührt zwar auch von dem im Blut in geringen Spuren enthaltenen Eisen her. Trotzdem würde sich geronnenes Blut als rostroter Farbanstrich kaum eignen, da die Hauptbestandteile Eiweißstoffe sind, die sich rasch zersetzen. Übrig bliebe in den meisten Fällen ein schmutziges Grün und der Anstrich wäre nicht nur unansehnlich, sondern auch äußerst schimmelanfällig. [>>]








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