
Weitere Artikel zum ThemaMit erdfarbenen Pigmenten fing alles an
Seit vielen Jahrtausenden nutzt der Mensch Farbe zum Verschönern seiner Umgebung
Die Nutzung von Farben in der Menschheitsgeschichte begann an Höhlenwänden, die der frühe Mensch mit verschiedenfarbiger Erde verzierte. Zu den einfachen Erdfarben gesellten sich im Lauf der Jahrtausende immer mehr Pigmente in immer mehr Farben und ermöglichten komplexere und vor allem buntere Darstellungen. Einer der Meilensteine war schließlich der Beginn der industriellen Herstellung synthetischer Pigmente im 18. Jahrhundert.
Die ersten Farben verwendeten Menschen bereits vor etwa 35.000 Jahren. Sie nutzten natürliche anorganische Pigmente, um auf den Wänden ihrer Höhlen negative Handabdrücke zu hinterlassen, Tiere abzubilden oder Geschichten von der Jagd zu erzählen. Diese Höhlenmalereien, wie sie zum Beispiel in Höhlen in Frankreich oder Spanien zu finden sind, sind vermutlich die ältesten Zeugnisse für die Verwendung von Pigmenten. Graphit aus Holz- und Knochenkohle oder auch Manganoxide lieferten Schwarz, verschiedene eisenoxidhaltige Erden braune, gelbe, orange und rötliche Farbtöne. Selten wurde auch Kreide oder Gips genutzt, um mit weißer Farbe zu malen. Als Bindemittel dienten damals neben Kalk und Wasser auch pflanzliche Harze oder Blut.
Gegen 8.000 vor Christus wurden die Menschen im heutigen Nahen Osten dann zunehmend sesshaft. Mit den ersten Bauernsiedlungen und stadtähnlichen Anlagen nutzen Maler andere Materialien als nur Höhlenwände als Maluntergrund: Nun wurden auch Mauern, Holz, Statuen und Keramiken bemalt. Die Farben waren die gleichen geblieben. Allerdings wurden Gips und Kalk als weiße Pigmente häufiger genutzt.
Den prähistorischen Künstlern und den Malern aus dem Nahen Osten standen weder Blau noch Grün zur Verfügung. Pigmente in diesen Farbtönen entwickelten erst die Ägypter etwa im 3. Jahrtausend vor Christus. Sie entdeckten durch Ausprobieren und Zufallsbeobachtungen, dass beim Erhitzen von Quarzsand, Kalk und einer Kupferverbindung eine blaue Substanz entsteht, die sich in Pulverform hervorragend als Pigment eignet. Sie hatten eines der ersten künstlich hergestellten Pigmente gefunden: Ägyptisch Blau. Das Pigment wurde zu einem der am häufigsten verwendeten im alten Ägypten und ist in zahlreichen Abbildungen auf Wänden und Totenmasken zu finden. In einem ähnlichen Versuch mit leicht veränderten Herstellungsbedingungen entstand auch Ägyptisch Grün.
Ebenso wurden in dieser Zeit Mineralien wie Lapislazuli, Malachit und Zinnober gezielt gewonnen und zu Pigmenten aufbereitet. Mit diesen mineralischen Pigmenten konnten die Künstler auf den ganzen Farbkreis zugreifen. Mit diesem Farbenreichtum erreichten Mal-, Emaillier-, Glas- und Färbetechniken ihren ersten Höhepunkt. Blau und Grün blieben allerdings zunächst überaus wertvoll. [>>]








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