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22.06.2005
  

Wenn Gegensätze anziehend wirken

Wärme, Kälte, Harmonie und Spannung: Wie Farbkontraste als Instrument der Farbgestaltung eingesetzt werden


Farben erzielen allein und für sich bereits eine bestimmte Atmosphäre – so wirkt zum Beispiel Rot anregend, während Blau einen eher beruhigenden Einfluss ausübt. Doch wenn in Verbindung mit anderen Farben Farbkontraste entstehen, kann die Wirkung einer Farben verstärkt, verändert oder abgeschwächt werden. Ein Farbkontrast setzt Akzente, erzeugt Stimmungen und meist auch Spannungen, die – je nach Wahl der Farben – als lebendig und erfrischend oder als aufdringlich, beunruhigend und unangenehm empfunden werden können.


Farbkontraste können hervorheben, Unterschiede aufzeigen oder schlicht Aufmerksamkeit erregen. Sie eröffnen eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, die mit einer Farbe allein nicht zu erreichen wären. Einer der einfachsten Farbkontraste ist der so genannte Farbe-an-sich-Kontrast, bei dem Farben in ihrer stärksten Leuchtkraft zusammengestellt werden. Diese Art der Farbwahl hat stets eine kraftvolle, laute Wirkung und setzt äußerst dynamische Akzente.

Für die harmonische Gestaltung eines Innenraums ist dieser Kontrast daher kaum geeignet oder muss äußerst bedacht eingesetzt werden. Am deutlichsten ist der Effekt bei der Kombination der drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau zu beobachten, da diese den stärksten Farbe-an-sich-Kontrast bewirken. Je weiter sich die kombinierten Farben von den drei Grundfarben entfernen, desto schwächer sind Ausprägung und Wirkung des Kontrastes.

Der Hell-Dunkel-Kontrast ist ebenfalls relativ schlicht und spannungsgeladen. Er beschreibt die Verwendung von Farben unterschiedlicher Helligkeiten, also von polaren Gegensätzen. Den absolut stärksten Hell-Dunkel-Kontrast liefert die Kombination von Schwarz und Weiß. Dazwischen liegen unzählige Grauabstufungen. Aber auch bei der Verbindung von Farben kann mit verschiedenen Helligkeiten gespielt werden. Der Hell-Dunkel-Kontrast erzeugt schnell Spannungen und Unruhe, aber auch Kurzweil. [>>]