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14.03.2007
  

Fünf Farben symbolisieren die Welt

In der chinesischen Farbenlehre sind Farben, die Himmelsrichtungen und die Elemente untrennbar miteinander verknüpft


Nicht vier, sondern fünf Elemente sind es, die in der chinesischen Farbordnung die Farben bestimmen: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, und diese entsprechen den Farben Grün, Rot, Gelb, Weiß und Schwarz. Alle Elemente und Farben stehen in unmittelbarer Beziehung zueinander. Sie existieren ohne einander nicht, ebenso wenig wie die fünf Himmelsrichtungen, denen sie zugeordnet sind: Norden, Süden, Osten, Westen und das Zentrum. Alle Elemente, Himmelsrichtungen und die zugehörigen Farben nehmen Einfluss aufeinander und können sich gegenseitig stärken oder auch schwächen.


Als Zeichen der ewigen Wandlung sind die chinesischen Farben oft auf einem Kreis dargestellt. Oben liegt – entgegen dem westlichen Verständnis – die Himmelsrichtung Süden und damit die Farbe Rot. Sie ist das Feuer, das nach oben strebt. Sie symbolisiert die warme Jahreszeit des Sommers, das Leben, die Energie und Entwicklung. Rot ist heiß, der Mittag und steht für Wärme, Kraft und gutes Gelingen. Es ist die Glücksfarbe schlechthin.

Aber das Rot vergeht, die Hitze und der Sommer wandeln sich. Aus ihnen entspringt das Weiß, das Metall, das strukturiert. Die Farbe steht für den Herbst und die reifenden Früchte, die Ernte. Weiß ist trocken. Es symbolisiert die Trauer und die Reinheit. Als Himmelsrichtung steht es für den Westen, im Kreis ist es rechts abgebildet.

Auf das Weiß folgt Schwarz, das Wasser, das nach unten strebt. Daher steht es auf dem Kreis auch unten, im Norden. Es ist der ruhende Ausgangspunkt im Winter, die Zeit für den Abbau und den Genuss der Ernte. Schwarz ist das Verschwinden des Lichts. Es ist kalt und symbolisiert Angst. Aber das Schwarz, die Ruhephase, leitet über zum stürmischen Grün, dem Holz. Mit ihm kommt der Morgen, die Zeit der Geburt und des Wachstums. Sie stößt die Energien los, die im Rot entfesselt werden. Dementsprechend steht das ungestüme Grün auch für Zorn und Wind. Auf dem Kreis liegt es links, im Osten.

Im Zentrum des Kreises steht das Gelb, die Erde. Sie ist konstant, trägt und schützt die anderen Wandlungsphasen, wenn diese gerade schwach sind – so den Sommer im Winter und umgekehrt. Gelb ist der Nachmittag, der Spätsommer und die Zeit der Reife. Aber in ihm steckt auch schon der Übergang und damit symbolisiert Gelb gleichzeitig Sorgen. Wird Gelb in die Kreisrundung aufgenommen, steht es zwischen Rot und Weiß.  [>>]