
Weitere Artikel zum ThemaWie weiße Seidenkokons gelb werden
Forscher finden eine Möglichkeit, Seidenraupen farbige Seide produzieren zu lassen
Seide zu färben ist ganz schön aufwendig: Man muss sie erst mit einem Beizmittel wie etwa Alaun kochen, dann jeden Kontakt des Stoffs mit farbigen Gegenständen vermeiden, damit er keine unerwünschte Farbe annimmt und ihn schließlich in einem Färbebad schwimmen lassen. Wie viel praktischer wäre es doch, wenn die Seidenraupen direkt farbige Seide produzieren würden, und zwar möglichst auf Bestellung. Einen ersten Schritt zur Verwirklichung dieser Idee haben nun japanische Forscher geschafft: Sie manipulierten die Gene einiger Seidenraupen so, dass sie statt ihrer üblichen weißen gelbe Seidenkokons herstellten.
Auf den Einfall, die Larven der Seidenspinner farbige Seide produzieren zu lassen, ist auch die Natur schon gekommen: Sie stattete die Raupen mit der Fähigkeit aus, Farbstoffe aus ihrem Futter, den Blättern des Maulbeerbaums, herauszuholen und diese in die Seide einzubauen. Aus diesem Grund gibt es die Seidenkokons in der Natur in Gelb, Goldgelb, einem orangefarbigen Lachston, Rosa und Grün. Manche Seidenraupen haben dieses Können allerdings verloren und produzieren ausschließlich weiße Seide.
Genau mit diesen Tieren hat sich nun das Forscherteam aus Japan beschäftigt – mit dem Ziel, den Raupen ihre verlorenen Färbewerkzeuge wiederzugeben. Doch das war gar nicht so einfach, wie es zunächst schien, denn zuerst mussten die Wissenschaftler genau verstehen, wie die Farbe in die Seide kommt. Die Raupen, ergaben ihre Nachforschungen, extrahieren in ihrem Darm die gelben Carotinoide oder die grünen Flavonoide aus den Blättern. Dann überführen sie sie mithilfe verschiedener Transporteiweiße in ihr normalerweise farbloses Blut, die so genannte Hämolymphe. Von dort gelangen die Farbstoffe schließlich in die Spinndrüsen, wo sie sich in der frisch gesponnenen Seide anreichern. [>>]










zurück
weiterleiten
drucken
PDF-Download
