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30.07.2008
  

Bunte Urvögel

Versteinerte Federn helfen Wissenschaftlern, die ursprüngliche Farbe von Dinosauriern zu ermitteln


Soll es farbig werden im Tierreich, dann schlägt die große Stunde des Melanins: Das Allroundtalent unter den organischen Pigmenten ist für eine Vielzahl unterschiedlicher Farbwirkungen zuständig. So färbt Melanin die Tinte von Tintenfischen schwarz, zaubert die Streifen auf das Tigerfell und sorgt indirekt auch für die weiße Färbung von Schimmeln: Lipizzaner und andere weiße Pferde produzieren aufgrund eines Gendefekts nicht genug von dem Farbstoff und verlieren daher schon nach wenigen Jahren ihre ursprüngliche Fellfarbe. Melanin kann aber auch wesentlich haltbarer sein – in einer versteinerten Feder haben Forscher nun Überreste des Farbstoffes gefunden, die rund 100 Millionen Jahre alt sind.


Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass dunkel gefärbte Stellen in versteinertem Gefieder lediglich Überreste Federn fressender Bakterien sind. Rückschlüsse auf die ursprüngliche Farbe der Federn hielten die meisten Forscher daher nicht für möglich. Der amerikanische Paläontologe Derek Briggs von der Yale Universität in New Haven widerspricht dieser Ansicht in einer aktuellen Forschungsarbeit: Er und seine Kollegen analysierten versteinerte Federn und fanden dort Spuren sogenannter Melanosomen.

Melanosomen sind Bestandteile spezieller Zellen, die für die Produktion von Melanin zuständig sind. Auch in heute lebenden Tieren finden sich solche Zellen und die dazugehörigen Melanosomen. Briggs und seine Kollegen verglichen daher die Spuren auf den Versteinerungen mit den Federn heute lebender Vögel. Dabei fanden die Forscher bemerkenswerte Ähnlichkeiten: Größe, Form und Anordnung der fossilen Ablagerungen ähneln weitgehend modernen Melanosomen. Die Wissenschaftler glauben daher, dass nicht Bakterien für die Spuren auf den Versteinerungen verantwortlich sind, sondern tatsächlich Melanosomen aus dem Gefieder der prähistorischen Vögel.
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