Schriftgröße     
30.07.2008
  
Damit können Wissenschaftler erstmals verlässliche Aussagen darüber machen, welche Farbe die Federn längst ausgestorbener Vögel hatten, glaubt der Ornithologe Richard Prum, der ebenfalls an der Untersuchung beteiligt war. Ähnlich wie bei heute lebenden Vögeln könnte das Melanin für Farbtöne gesorgt haben, die von rostrot über braun bis schwarz reichen.

Die Forscher wollen so auch die Farbgebung gefiederter Dinosaurier entschlüsseln. Dazu brauchen sie aber noch mehr Funde versteinerter Federn – für seine Untersuchung konnte Briggs lediglich auf zwei Exemplare zurückgreifen. Eine Feder stammt aus der brasilianischen Crato-Formation, in der sich Versteinerungen aus der Unterkreidezeit finden lassen. Diese Feder ist rund 100 Millionen Jahre alt. Die zweite Feder ist mit 55 Millionen Jahren nur etwa halb so alt und stammt aus einem Fund in Dänemark.

Der berühmteste prähistorische Vogel, der in Deutschland gefundene Archaeopteryx, dürfte das Geheimnis seiner Färbung allerdings bis auf weiteres behalten, glauben die Forscher. In den Versteinerungen des Archaeopteryx fanden Wissenschaftler keine Spuren von Kohlenstoff, die auf Melanosomen hindeuten würden. Das bedeute aber nicht, dass der Urvogel weiß gewesen sei, betont Briggs. Stattdessen habe sich das Melanin im Gefieder des Archaeopteryx wohl im Laufe der Zeit aufgelöst – vielleicht waren 150 Millionen Jahre dann selbst für Melanin etwas zu lang. (zen)


Weitere Informationen:
Originalartikel der Wissenschaftler »