07.04.2004

Auch Holz braucht Sonnenschutz

Energiereiche UV-Strahlung zerstört das Lignin, einen der Hauptbestandteile des Holzes.

Holz verlangt besonderen Schutz, damit es schön bleibt. Vor allem im Außenbereich ist das Material vielen Witterungseinflüssen ausgesetzt, die an die Substanz gehen. Doch nicht nur Wind, Regen, Kälte oder Hitze können Holzoberflächen zu schaffen machen. Auch die im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung fügt unbehandeltem Holz erheblichen Schaden zu. Aus ehemals schönen Brauntönen wird dann mit der Zeit ein unansehnliches Grau.

Die energiereiche Strahlung zerstört einen der wesentlichen Inhaltsstoffe des Holzes, das Lignin. Dieses ist der eigentliche Stützbaustoff der verholzten Pflanzenteile und hält wie eine Art Kitt die einzelnen Holzfasern zusammen. UV-Strahlen, die auf die Oberfläche des Holzes gelangen, greifen das Lignin an und bauen es ab. Damit wird ein wichtiger Bestandteil des Holzes zersetzt. Es kommt zu der unschönen Vergrauung, und auf Dauer wird das Holz zerstört.

Holz an der Außenfassade braucht UV-Schutz
Holz an der Außenfassade braucht UV-Schutz
Helle Lasuren mit wenigen Pigmenten lassen die meiste UV-Strahlung ungehindert durch
Helle Lasuren mit wenigen Pigmenten lassen die meiste UV-Strahlung ungehindert durch

Daher sollte Holz, das starker UV-Strahlung ausgesetzt ist, mit entsprechenden schützenden Lasuren behandelt werden. Wichtig ist dabei ein eingebauter UV-Schutz, beispielsweise durch einen so genannten UV-Absorber, eine ausreichende Pigmentierung oder durch eine Kombination dieser beider Schutzmechanismen. Pigmente und Absorber können vor der energiereichen Strahlung schützen: An Pigmentstoffen prallt das UV-Licht ab und wird reflektiert, ohne dem Holz schaden zu können. UV-Absorber sind organische Zusätze, die in der Lage sind, die kurzwellige Strahlung zu absorbieren und in Wärmeenergie umzuwandeln.

Außenlasuren nutzen daher eine oder beide Schutzmechanismen. Farblose Lasur mit UV-Absorbern allein bietet dagegen im Außenbereich keinen ausreichenden Schutz. Beschichtungen ohne UV-Filter und Pigmente bewahren das Holz zwar zum Beispiel vor Feuchtigkeit, lassen aber UV-Strahlung nahezu ungehindert durch. Und auch durch helle Lasuren gelangt noch zu viel Strahlung, die das Lignin angreift. Durch die Schädigung der Holzoberfläche platzt dann häufig der Abstrich ab und es entsteht eine breite Angriffsfläche für andere Umwelteinflüsse wie zum Beispiel Nässe. Empfohlen sind daher mittlere bis dunkle Farbtöne, da diese optimalen Schutz gewährleisten.

Doch auch die deckende Holzschutzschicht selbst kann je nach Bindemittel und Zusammensetzung dem UV-Licht zum Opfer fallen. Alkydharze und langölige Lacke zum Beispiel absorbieren das kurzwellige Licht und werden dadurch chemisch aufgespalten. Die Schutzschicht verwittert, wird spröde und kann Risse bekommen, durch die dann Wasser eindringen kann. Klar im Vorteil sind deckende Beschichtungen auf wasserverdünnbarer Acrylatharzbasis, die dauerelastisch und dadurch weniger anfällig für die Bildung von Rissen sind.