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23.02.2005

Das rätselhafte Rot der Papageien

Die Vögel synthetisieren die Farbpigmente selbst – doch wann und wo, ist bislang nicht geklärt

Papageien sind die einzigen Tiere, die eine ganz bestimmte Gruppe roter Pigmente selbst produzieren können. Diese einzigartige Fähigkeit gibt Biologen seit mehr als hundert Jahren Rätsel auf. Nun sind amerikanische Forscher diesem Phänomen der Psittacofulvine genannten Pigmente auf die Spur gekommen. Geknackt haben die Wissenschaftler das Rätsel allerdings noch nicht.

Die bunte Färbung der Papageien ist sprichwörtlich. Wie das leuchtende Rot entsteht, ist immer noch nicht genau bekannt. Foto: NPS

Viele Vögel haben ein leuchtend rotes Gefieder. Meist beruht die Farbe auf gewöhnlichen Carotinoid- und Melaninpigmenten. Diese Farbstoffe sind in vielen Pflanzen und Tieren enthalten und die Vögel nehmen sie einfach mit dem Futter auf. So erhalten zum Beispiel Flamingos ihre rosarote Farbe dadurch, dass sie täglich Unmengen kleiner roter Krebse verzehren.

Doch die Papageien verleihen ihren Federn auf eine im Tierreich einzigartige Weise eine prächtige rote Farbe. Sie synthetisieren ihr Rot selbst und lagern diese Psittacofulvine in ihre Federn ein. Diese sehr ungewöhnliche Gruppe von Farbstoffen kennen Wissenschaftlern bei den Papageien zwar seit mehr als hundert Jahren. Wie die Vögel jedoch das Rot produzieren und warum sie die einzigen Tiere sind, die diese Art von Rotpigmenten eigenständig herstellen können, bleibt bis heute unklar.

Einen ersten Schritt zur Lösung haben Kevin McGraw von der Arizona State University in Tempe und seine Kollegen nun geschafft: Papageien nutzen durchweg den gleichen Satz von fünf Psittacofulvinen für die Rotfärbung, fanden die Wissenschaftler heraus. Die Forscher hatten die roten Federn von insgesamt 44 Papageienarten analysiert. Unter Papageien hat sich die einmalige Fähigkeit, diese Farbstoffgruppe synthetisieren zu können, im Laufe der Evolution demnach erstaunlich gut erhalten.

Rätselhaft blieb das Ergebnis von Blutproben, die McGraw und seine Kollegen bei den Tieren entnahmen: In keiner einzigen Blutprobe entdeckten die Forscher Hinweise auf Psittacofulvine – und das, obwohl die Proben zur der Zeit entnommen wurden, in der das prächtige Gefieder der Tiere heranwächst. Die Forscher waren von der Möglichkeit ausgegangen, dass die Vögel entweder verwandte Stoffe oder Vorstufen der Psittacofulvine mit der Nahrung aufnehmen oder die Pigmente irgendwo im Körper herstellen und diese erst über den Blutstrom an die Stelle gelangen, wo sie zur Federfärbung benötigt werden.

Demnach synthetisieren die Papageien die Pigmente tatsächlich selbst – sozusagen aus dem Nichts, schließen die Biologen. So bleibt die rote Farbe der Papageien weiterhin ebenso ein Rätsel wie die Frage, warum sonst kein anderes Tier in der Lage ist, diese Farbstoffe eigenständig zu produzieren.