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01.04.2009

Der Kult um Schwarz

Auch wenn die Anhänger der "Schwarzen Szene" von außen manchmal Angst einflößend wirken, muss sich niemand vor den dunklen Gestalten fürchten

Schwarz ist für sie nicht nur eine Farbe, sondern ein Lebensmotto – die Rede ist von der Schwarzen Szene, einer vielschichtigen Subkultur, deren Anhänger Gruftis, Goths oder ganz einfach Schwarze genannt werden. Ihnen allen gemeinsam ist die Liebe zu bestimmten Arten von Musik und Kunst und ganz besonders zu einer Farbe: Schwarz.

Schwarze Haare, schwarze Schminke und schwarze Kleidung: Die schwarze Szene demonstriert schon in ihrer äußeren Erscheinung Distanz zur Gesellschaft. Foto: porcelain.elegance, Photocase.com

Schwarz ist in vielen Kulturen die Farbe des Todes und der Trauer. Auch Schwarzhandel, Schwarzfahren oder der Schwarze Peter künden selten von etwas Gutem. Trotzdem wirkt die Farbe offensichtlich auf viele Menschen anziehend – aus der Modebranche ist Schwarz nicht wegzudenken und auch Designer aus anderen Bereichen setzen die Farbe gern ein. Die Schwarze Szene hat zu Schwarz jedoch eine besondere Beziehung entwickelt, die sich bei den Anhängern dieser Subkultur schon rein äußerlich zeigt: Die Farbe dominiert die Kleider und das Make-up, das auch von Männern gern getragen wird. Die langen Ledermäntel und die schwarz umrandeten Augen wirken dabei auf den ersten Blick etwas Furcht einflößend, aber auf vielen Treffen haben die Mitglieder der Schwarzen Szene ihre Friedfertigkeit bewiesen.

Die Beziehung zur dunkelsten aller Farben endet aber nicht bei den Kleidern. Auch in der Musik und Kunst zeigen die Anhänger, die manchmal auch als Goths oder Gruftis bezeichnet werden, eine Vorliebe für morbide Themen, in denen die Beschäftigung mit dem Tod häufig im Zentrum steht. Vor allem Eltern machen sich häufig Sorgen, wenn das eigene Kind plötzlich ganz in Schwarz gekleidet auftaucht.

In vielen Fällen ist diese Sorge aber unbegründet, denn die schwarze Kleidung lässt nicht automatisch auf Gewaltfantasien oder Selbstmordgedanken schließen. Viel eher versuchen die meist jugendlichen Anhänger, damit eine gewisse Individualität und eine demonstrative Distanzierung von der Gesellschaft auszudrücken. Die Ähnlichkeit zu den ebenfalls meist schwarz gekleideten Existenzialisten ist dabei durchaus gewollt.

Gleichzeitig strahlen die Fans der Schwarzen Szene auf vielen Musikfestivals aber auch eine große Lebensfreude aus – eine Mehrdeutigkeit, die auch für die Farbe gilt: Schwarz ist schließlich nicht nur die Farbe der Trauernden, sondern steht auch für Seriosität und Eleganz. Und beim Anblick einer schönen Frau im Kleinen Schwarzen ist den meisten Männern auch nicht nach Trauer zumute. (zen)