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22.10.2008

Farbige Sicherheit

Auch für die Kennzeichnung von Rohrleitungen gibt es verbindliche Normen

Es brennt. Feuerwehrleute schwärmen in dem Industriegebäude aus und versuchen, die Flammen zu löschen. Doch im Gebäude droht eine besondere Gefahr: Dort laufen neben Rohren für Wasser und Druckluft nicht nur Leitungen für Erdgas, sondern auch für gefährliche Stoffe wie Säuren und Laugen. Fatal, wenn die Feuerwehrleute nicht erkennen könnten, welche Leitung im Fall eines Übergreifens der Flammen besonders gefährlich werden könnte. Doch dank einer Industrienorm ist die Situation für die geschulten Wehrmänner überschaubar: Jedem "Durchflussstoff", wie es im Ingenieursdeutsch heißt, ist eine ganz bestimmte Farbe zugeordnet, häufig ergänzt durch die Zusatzfarben Schwarz oder Rot.

Grün im Keller bedeutet keine Gefahr im Brandfall: Hier fließt lediglich Wasser. Foto: Brillux
Grün im Keller bedeutet keine Gefahr im Brandfall: Hier fließt lediglich Wasser. Foto: Brillux

Ohne solche sogenannten Kennfarben geht auf dem Bau und im industriellen Alltag heute nichts mehr. Zu groß wäre die Gefahr von Verwechslungen, würde jedes Unternehmen wahllos Farben zur Kennzeichnung von elektrischen Leitungen oder von Rohrsystemen verwenden. Für letztere gilt das Regelwerk nach DIN 2403 – Kennzeichnung von Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff.

Nach diesen zuletzt im Mai 2007 aktualisierten Regeln sind beispielsweise Gasleitungen grundsätzlich Gelb. Handelt es sich um brennbare Gase, so sind diese mit der Zusatzfarbe Rot versehen – entsprechend dem Grundsatz bei vielen Kennfarbensystemen, nach dem Rot meist "Gefahr" bedeutet. Nicht brennbare Gase sind hingegen mit Schwarz als Zusatzfarbe versehen.

Die gleiche Unterscheidung gilt für Flüssigkeiten und Feststoffe, die grundsätzlich in braun markierten Rohren geführt werden. Rot bedeutet auch hier brennbar, schwarz hingegen nicht brennbar. Der Schluss auf potenzielle Gefahren liegt auch bei Säuren nahe, die in orangen Leitungen fließen, sowie bei Laugen, für die die Farbe Violett vorgesehen ist. Verbrennungsgefahr geht von Wasserdampf aus, der daher in rot markierten Rohren geführt wird, während die Farbe Grün für das harmlose Wasser und Grau für die ebenfalls unkritische Luft reserviert sind. Sauerstoff schließlich wird in blau markierten Leitungen transportiert.

Kennzeichnungsfarben für Rohrleitungen lt. DIN 2403
Übersicht: Kennzeichnungsfarben für Rohrleitungen lt. DIN 2403

DIN 2403 wäre keine richtige Norm, würde sie dem Nutzer Freiheiten bei der Interpretation dieser Farben geben: Alle Farbtöne sind exakt festgelegt. Als Grundlage dienen dabei die Kennfarben nach DIN 5381. Diese beinhaltet einige Farbtöne aus dem RAL classic Farbtonregister, die mit einem vierstelligen Nummerncode bezeichnet werden.

RAL 9004 beispielsweise ist Schwarz, RAL 3001 das eingesetzte Rot und RAL 2010 bezeichnet Orange. Diese genormten Farben müssen zur Kennzeichnung der Rohrleitungen verwendet werden. Dabei ist es nicht zwingend vorgeschrieben, das gesamte Rohrsystem in den entsprechenden Farben zu streichen – so weit geht die Norm dann doch nicht. Vielmehr muss ausreichend in einem Abstand von höchstens zehn Metern über die Rohrlänge und an betriebswichtigen und gefahrenträchtigen Punkten wie an Verteiler- und Zentralstellen oder Armaturen einen Kennzeichnung angebracht werden. Ausschlaggebend sind jedoch die örtlichen Gegebenheiten. Bei Rohrkrümmungen, oder wenn Rohrleitungen für verschiedene Durchflussstoffe direkt beieinander liegen, kann so eventuell auch eine häufigere Kennzeichnung nötig sein. (ud)