04.09.2013

Glitzernde Farbgestaltung

Warum die Bemusterung bei Metallic-Farbtönen so schwierig ist

Metallicfarbtöne an Wand- und Deckenflächen schaffen Atmosphäre: Je nach Farbton wirken sie edel und verleihen dem Raum eine herrschaftliche Note, setzen kräftig leuchtende Akzente oder verzaubern mit einem geheimnisvollen Schillern. Farbenhersteller wie Brillux haben heute daher eine Vielzahl von metallisch glänzenden Beschichtungsstoffen für nahezu alle Anwendungen im Sortiment. Die Gestaltung mit Metallicfarbtönen ist jedoch in einem Punkt etwas kompliziert: Die Bemusterung mit Farbtonkarten ist häufig schwierig, da das Erscheinungsbild extrem von der Verarbeitungstechnik, der Beleuchtung und dem Betrachtungswinkel abhängt.

Metallische Wandbeschichtungen sind mehr als Glitzereffekte an der Wand: Sie können im Raum eine besonders edle Atmosphäre schaffen. Foto: Brillux
Brillux Casino, Foto: Brillux

Ihre schillernde Anmutung erhalten Metallicfarbtöne in der Regel durch feine Partikel, beispielsweise aus Aluminium oder Eisen, die das einfallende Licht reflektieren. Genau hier liegt auch der Grund für die schwierige Bemusterung solcher Flächen: Das Erscheinungsbild hängt stark von der Ausrichtung dieser Partikel auf der Oberfläche ab – und diese wird von der bei der Verarbeitung angewandten Auftragstechnik bestimmt. Zusätzlich hat auch die Beleuchtungssituation und der Winkel, in dem die Wandfläche betrachtet wird, einen großen Einfluss auf die Farbwirkung.

Gerade die Partikelausrichtung macht häufig den Reiz solcher Effektbeschichtungen aus: So wird beispielsweise in der Brillux Metallstrukturtechnik Traverso (mit Creativ Lucento 83) ganz gezielt mit unterschiedlichen Richtungsverläufen gearbeitet. Die Ausrichtung kann dabei horizontal, vertikal oder diagonal erfolgen – je nach den Vorstellungen des Auftraggebers oder entsprechend den baulichen Gegebenheiten. Ähnlich werden auch bei den Metalleffekttechniken Staccato oder Cambiato (mit Creativ Metallico 76) mit einer speziellen Kunststoffkelle oder einem Dekowischer lebhafte Oberflächen erzeugt.

Bei metallischen Wandbeschichtungen kommt es ganz besonders auf die Verarbeitungstechnik an. Foto: Brillux
Verarbeitung Wandbeschichtung, Foto: Brillux

Bei der Ausführungstechnik Casino erhält die Deko-Effektfarbe durch die Zugabe der Mikrovollglaskügelchen Creativ Cristallo 183, die das Licht je nach Betrachtungswinkel anders reflektieren, einen transluzenten Effekt. In Verbindung mit den unterschiedlich ausgerichteten metallischen Pigmenten kann so der Farbton visuell variieren. Der Einsatz von metallischen Beschichtungsstoffen bedeutet also weit mehr als nur ein Glitzereffekt an der Wand.

Der Einfluss der Verarbeitungstechnik ist bei diesen Beschichtungen so groß, dass eine genaue Farbdefinition oft nur durch eine direkt auf der Baustelle eigens angefertigte Musterfläche möglich ist. Farbkarten wie beispielsweise das RAL-Register Classic enthalten zwar Metallic- und Perlglanzmuster. Doch diese sind kaum reproduzierbar und daher nur als ungefähre Orientierung zu bewerten – worauf auch auf den Farbmustern hingewiesen wird.

Auch Brillux bietet eine Farbtonkarte für metallische Wandgestaltungen mit 68 Farbtönen. Hergestellt wird sie im Siebdruck mit der originalen Deko-Effektfarbe Creativ Lucento 83.

Farbtonkarten können zwar den Ton einer Metallicfarbe wiedergeben, nicht jedoch die individuelle Handschrift des Verarbeiters. Foto: Brillux
Farbtonkarte Metallic, Foto: Brillux

Damit ist eine annähernd hundertprozentige Farbtonverbindlichkeit gegeben. Sie dient unter anderem als Basis für die erwähnten Effekttechniken Casino und Traverso. Da jeder Verarbeiter mit dem Material auch seine ganz individuelle Handschrift auf die Wand aufträgt, ist für einen realistischen Eindruck das Anlegen einer individuellen Musterfläche empfehlenswert.

Ist bereits ein metallischer Farbton vorhanden, der bei der Neugestaltung von Wohn- und Geschäftsräumen möglichst exakt wieder zu treffen ist, sind gedruckte Farbtonkarten und entsprechende Erfahrung gefragt Denn elektronische Farbtonfinder wie der Brillux Pablo stoßen bei metallischen Beschichtungen an ihre Grenzen. Während sie sonst in Sekunden präzise den richtigen Farbton in den gängigen Farbsystemen auffinden, verwirren hier die glitzernden Pigmente das Gerät bei der Suche nach dem passenden Uni-Farbton. Daher kann es immer nur einen groben Anhaltspunkt liefern. (ud)