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Glossar

Ob "autonome Farbe" oder "monochromatisch" – viele Begriffe aus dem Themenbereich Farbe sind einfach nicht Teil der Alltagssprache. Um das Verständnis für einige wichtige Bezeichnungen zu erleichtern, finden Sie diese im Glossar erläutert.

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HKS-Farben

Das Kürzel HKS ist aus drei Firmennamen von Druckfarbenherstellern entstanden: Horstmann-Steinberg, K+E-Druckfarben und Schmincke. Die HKS-Farbkarte ist eine Standard-Schmuck-Druckfarbkarte mit etwa 90 Farbtönen, gemischt aus den Farben Cyan, Magenta und Gelb (Yellow), gedunkelt mit Schwarz (Key) = CMYK. Die Farbe Weiß hat das Papier zu übernehmen. Auch werden alle Aufhellungen durch das weiße Papier gewährleistet.

 
Hue

Der Begriff Hue bedeutet englisch Farbton und steht für den authentischen Buntton. Er beschreibt die Art der Buntheit einer Farbe, die wesentliche, den Charakter bestimmende Eigenschaft, wie beispielsweise Gelb, Orange, Rot, Violett, Blau, Grün oder jede Form eines Zwischenwertes im Farbspektrum oder Farbkreis.

 
Hundertwasser, Friedensreich

Künstler und Architekt, geboren 1928 als Friedrich Stowasser, gestorben 2000. Der Besuch der Montessorischule, das einfache Leben auf dem Bauernhof und verschiedene Weltreisen bildeten eine wichtige Grundlage seines autodidaktischen Schaffens. Er besuchte 1948 und 1949 die Wiener Akademie der Bildenden Künste, blieb jedoch ohne Abschluss, weil ihm der verschulte Akademiealltag nicht lag. Hundertwasser wurde durch den Jugendstil und Paul Klee beeinflusst. Bilder wie "Der Große Weg" und seine nicht gradlinige Architektur, die er auch als "die dritte Haut des Menschen" bezeichnete, veranschaulichen sein Wirken. Die "Grüne Zitadelle" in Magdeburg ist nach seinem eigenen Dafürhalten sein schönster und bester Bau, auch wenn er ihn nicht vollenden konnte.

 
Innenanstrich

Eine Beschichtung, welche bestimmungsgemäß nicht der Witterung ausgesetzt ist. Siehe auch Außenanstrich.

 
Iris

Auch Regenbogenhaut. Die Iris ist die verstellbare Blende im Auge der Wirbeltiere. Mit ihrer hinteren Fläche liegt sie auf der Linse auf und reguliert den Lichteinfall ins Auge. Ihre Funktion ist daher vergleichbar mit der Blende einer Kamera. Mit ihrem inneren freien Rand umgrenzt die Iris eine zentrale Öffnung, die Pupille. Da die Pupillenweite regulierbar ist, ist die Iris sowohl an der Einstellung des Auges auf bestimmte Lichtverhältnisse, die Hell-Dunkel-Adaptation, als auch an der Einstellung der Schärfentiefe beteiligt.

 
Itten, Johannes

Schweizer Maler und Kunstpädagoge, geboren am 11.11.1888 in Süderen-Linden, gestorben am 25.03.1967 in Zürich. Johannes Itten wird 1913 Schüler von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Kunstakademie. Während des Ersten Weltkrieges zieht Itten nach Wien, wo er Walter Gropius kennen lernt, der ihn 1919 als Lehrer an das Staatliche Bauhaus in Weimar beruft. Im Rahmen dieser Lehrtätigkeit entwickelt Itten den Vorkurs, der für das Lehrkonzept und die spätere Künstlerausbildung von großer Bedeutung war.

1926 gründet Itten seine eigene Kunstschule in Berlin, 1932 wird er Direktor der Textilfachschule in Krefeld und nach seiner Emigration in die Schweiz Direktor der Kunstgewerbeschule in Zürich. 1955 gibt er auf Einladung von Max Bill den Farbkurs an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Erst nach seiner Pensionierung kann sich Itten wieder intensiv dem malerischen Werk widmen. Seine Erkenntnisse legt er 1961 in dem Buch "Kunst der Farbe" nieder. Zu seinen bekanntesten Theorien zählen die 7 Farbkontraste sowie die Zusammenhänge zwischen Farbe und Form. Itten gilt auch als Begründer der Farbtypenlehre.

 
Johansson, Tryggve

Schwedischer Physiker (1905-1960). Tryggve Johansson stellte sein System der Farben zwischen 1937 und 1939 vor. Er versuchte damit, Ewald Herings Vorstellungen zu übernehmen und diese zugleich in seinem Heimatland Schweden bekannt zu machen. Er entwickelte einen Farbkörper, der sich über einem in vier gleiche Teile unterteilten Kreis erhebt, in denen die vier elementaren Farben Gelb, Grün, Blau und Rot ihren Platz haben. Sein System war sehr populär und fand große Verbreitung unter Lehrern, Architekten und Designern.

 
Kalte Farben

Kalte Farben verursachen beim Betrachter ein subjektives Gefühl der Kälte. Typische kalte Farben sind heute Blauttöne, Türkis, bläuliche Grüntöne und deren Abstufungen. Diese Einteilung scheint hauptsächlich auf kulturellen Prägungen zu beruhen, da beispielsweise im Mittelalter blau als typische warme Farbe galt. Möglicherweise liegen der Wahrnehmung der kalten Farben Assoziationen zu bläulich-grünem Eis und Meerwasser zugrunde.

 
Kandinsky, Wassily

Französischer Maler russischer Herkunft, geboren am 4. Dezember 1866 in Moskau, gestorben am 13. Dezember 1944 in Paris. Schöpfer der abstrakten Kunst und Gründungsmitglied der Gruppe der "Blauen Reiter". Seine Ausbildung war eher konservativ: Er studierte Jura und Nationalökonomie. Der Hang zur Kunst zog ihn nach München. Hier wurde seine moderne Malerei nicht sogleich anerkannt. 1914 musste er Deutschland verlassen. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Umsturz in Russland war Kandinsky an der Neuorganisation des künstlerischen Lebens beteiligt. Gleichwohl zog es ihn wieder nach Deutschland. Hier konnte er von 1922 an als Professor und Freund Paul Klees am Bauhaus als bedeutender Theoretiker lehren. Als "Bolschewik" wurde er alsbald von den Nationalisten gebrandmarkt und später von den Nazis verfolgt. Kandinsky emigrierte 1933 nach Paris. Die postexpressionistische Formensprache Kandinskys kommt in vielen Bildern zum Ausdruck. "Komposition VIII" und "Mit dem Schwarzen Bogen" gehören zu seinen bedeutenden Werken.

 
Kautschuklacke

Chlor-Kautschuklacke (CC-Lacke) oder Zyklokautschuklacke sind Lösungen von Chlorkautschuk oder zyklischem Kautschuk in flüchtigen Lösemitteln. Eine Modifikation mit Ölen, Harzen oder Weichmachern ist notwendig. Sie sind besonders wasserbeständig und werden deswegen als Unterwasseranstriche eingesetzt. Die Trocknung ist physikalisch, das heißt, die Oberfläche ist reversibel und lässt sich durch verschiedene Lösemittel wieder anlösen. In der Kombination mit anderen Bindemitteln härten Kautschuklacke oxidativ nach.

 
Kircher, Athanasius

Gelehrter, geboren am 2. 5. 1601 in Geisa, Thüringen, gestorben am 27. 11. 1680 in Rom. Kircher war Jesuit, Professor in Würzburg und Rom und befasste sich mit naturwissenschaftlichen und philologischen Forschungen. Er soll die Laterna magica erfunden haben. Kircher veröffentlichte knapp 30 Jahre nach Aguilonius in seinem Werk "Ars magna lucis et umbrae" (Die große Kunst von Licht und Schatten) ein Farbordnungssystem.

 
Klee, Paul

Schweizer Maler und Grafiker der Klassischen Moderne, geboren 1879 bei Bern, gestorben 1940 im Tessin. Vielseitig begabt, begann Klee in München Kunst zu studieren, zuerst privat und später an der Akademie. Dort wurde er Mitglied der Gruppe der "Blauen Reiter". 1920 erhält Klee die Berufung an das Bauhaus in Weimar. Seine Unterrichtsmethode gilt noch heute als vorbildlich. Nach etwa zehn Jahren wechselte Klee zur Düsseldorfer Akademie. Schon 1933 wurde er dort als "entarteter Künstler" (so der Sprachgebrauch der Nazis) entlassen. Klee malte und zeichnete expressiv im symbolisch-formbestimmten Stil. Seine Farben sind kindlich rein. Beispiele: "Hauptweg und Nebenwege", "Villa R", "Revolution des Viadukts".

 
Klotzen

Textilfärbeverfahren, bei dem das zu färbende Gewebe durch ein Färbebad gezogen und der überschüssige Farbstoff anschließend zwischen zwei Walzen abgequetscht wird.

 
Kolorismus

Der Begriff leitet sich von lateinisch color – Farbe – ab und bezeichnet eine bildkünstlerische Ausdrucksform, bei dem die Farbe Vorrang vor den anderen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten hat. Beispielsweise können Elemente wie Licht, Schatten oder ein Faltenwurf zugunsten einer flächigen Farbdarstellung zurücktreten. Kolorismus zieht sich als Element der Malerei durch mehrere Epochen der Kunstgeschichte bis in die Gegenwart.

 
Komplementärfarben

Streng genommen jeweils zwei Farben, die in der additiven Mischung Unbunt ergeben, zum Beispiel aus Gelb und Blau, Rot und Blaugrün, Grüngelb und Violett. Der Begriff hat sich jedoch auch in der Kunst und in der praktischen Anwendung etabliert, wo er dann in der subtraktiver Farbmischung verwendet wird. Auch hier steht er für das Mischen zweier Farben, das ein relatives Unbunt ergibt, wie aus Gelb und Violett, Rot und Grün oder aus Blau und Orange.

 
Komplementärkontrast

Der Komplementärkontrast beschreibt die Wirkung zweier Farben, die im Farbton die größte Verschiedenheit haben. Die Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber. Dadurch, dass sie so gegensätzlich sind, steigern sie sich gegenseitig. Direkt nebeneinander platziert, erreichen Komplementärfarben höchste Leuchtkraft und höchste Farbwirkung, wodurch jede Farbe voll zur Wirkung kommt. Komplementärkontraste erwecken leicht den Eindruck von Buntheit.

 
Konfettieffekt

Beim Konfettieffekt rufen mosaikartig voneinander abgegrenzte, benachbarte Farbpunkte einen Farbeindruck hervor. Es handelt sich dabei um additive Farbmischung, da es sich um eine rein optische Reaktion handelt.

 
Körperfarben

Als Körperfarben werden nicht selbst leuchtende Farben bezeichnet. Es handelt sich also um Pigmente oder Farbstoffe auf Oberflächen. Sie werden erst dann wahrgenommen, wenn eine Strahlung auf sie auftrifft und von dort ins Auge reflektiert wird.

 
Kräusellacke

Kräuselt eine Lackierung, so handelt es sich vorrangig um einen Material- oder Anwendungsfehler. Ist ein Öllack zu fett eingestellt oder das Material wird, besonders bei niedriger Temperatur zu satt aufgetragen, so entsteht eine gekräuselte Oberfläche. Wird eine Lackfarbe gewollt zum Kräuseln gebracht, so macht der Anwender aus einem Mangel eine Tugend, die inzwischen auch mit Spezialprodukte, z. B. aus der Sprühdose, recht einfach nachstellbar ist. Optische Geräte werden oft mit speziellen Kräusellacken industriell beschichtet.

 
Kreiden

Unter Kreiden versteht man das Abfärben durch die allmähliche Freilegung von Pigment- oder Füllstoffteilchen aus Beschichtungsfilmen oder sonstigen pigmentierten Oberflächen. Das Bindemittel wird durch Bewitterung abgebaut, oder es wandert bei Anstrichen in den Untergrund ab.

 
Kunststoffdispersion

Feine Verteilung von Polymeren oder Kunstharzen in einer Flüssigkeit, meist Wasser.

 
Kunststoffdispersionsfarbe

Ist ein aus Kunststoffdispersionen und Pigmenten hergestellter Beschichtungsstoff. Im täglichen Sprachgebrauch wird anstelle der Benennung Kunststoffdispersionsfarbe auch die Benennung Dispersionsfarbe angewendet.

 
Küpenfarbstoffe

Farbstoffklasse, zu der auch die seit dem Altertum verwendeten Farbstoffe Purpur und Indigo gehören. Küpenfarbstoffe sind wasserunlöslich und müssen vor ihrem Einsatz in der Flotte "verküpt", also mithilfe von Reduktionsmitteln in eine wasserlösliche Form (Leukoform) überführt werden, die häufig anders gefärbt ist als der eigentliche Küpenfarbstoff.

In der Leukoform besitzen die Farbstoffe meist eine sehr hohe Affinität zu den Textilfasern, sodass sie aus der Flotte (hier Küpe genannt) sehr schnell auf die Fasern aufziehen. Anschließend wird das Färbegut gespült und der Farbstoff entweder durch das Einwirken von Luftsauerstoff oder spezielle Oxidationsmittel wieder in seine ursprüngliche, unlösliche Form überführt. Küpenfärbungen besitzen eine hohe Echtheit und werden unter anderem für strapazierfähige Textilien wie Bettwäsche oder Möbelstoffe eingesetzt.

 
Lack (Lackfarbe)

Ein Lack ist ein Beschichtungsstoff zur Veredelung oder zum Schutz von Oberflächen. Er besteht aus einer Lösung von festen Stoffen in flüchtigen organischen Lösemitteln oder in Wasser, die nach dem Aufbringen und Trocknen einen geschlossenen, fest haftenden Film bildet. Das Wort Lack (lakh) stammt aus dem indischen Sprachraum und bedeutet ursprünglich soviel wie "Hunderttausende". Gemeint ist damit die große Zahl von Lackschildläusen, mit deren Hilfe früher Schelllack hergestellt wurde.

Lacke oder Lackfarben werden überdies nach Rohstoff oder Bindemittel (zum Beispiel Alkyd- oder Naturharzlack) definiert, nach dem Lösemittel (Spiritus-, Wasserlack) oder dessen chemischer Verbindung (Esterbeschichtung). Kriterien sind ferner die Art der Filmbildung (Reaktions-, Einbrennlack oder lufttrocknend), die Eigenschaften (wetter-, hitze-, chemikalienbeständig), das Oberflächenbild (Effektlack) oder der Glanzgrad (Seidenmattlack). Weitere Definitionen orientieren sich an der Objektart (Möbel- oder Bootslack) oder dem Untergrund (Holz- oder Kunststoffbeschichtung) und schließlich an Ordnungskriterien wie Grund-, Vor- und Decklackierung.

Werden dem Lack bunte oder unbunte Pigmente zugegeben, so spricht man von einer Lackfarbe.

 
Lambert, Johann Heinrich

Mathematiker, Physiker, Astronom und Philosoph, geboren am 26. 8. 1728 in Mülhausen, Elsass, gestorben am 25. 9. 1777 in Berlin. Lambert lebte in der Schweiz und in Berlin. Er entwickelte Methoden zur Lichtmessung der Gestirne ("Photometrie“ 1760; Lambertsches Gesetz der Reflexion des Sonnenlichts an den Planeten) und lieferte in der Astronomie eine Theorie der Entstehung des Weltsystems ("Kosmologische Briefe“ 1761). Außerdem beschäftigte er sich in seinen Arbeiten mit Kometenbahnen. Sein philosophisches Hauptwerk "Neues Organon" von 1764 enthält eine Kategorienlehre als Lehre von den unmittelbar einleuchtenden "einfachen Begriffen". Im Jahr 1772 veröffentlichte Lambert sein Werk über die von ihm konstruierte Farbenpyramide.