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Glossar

Ob "autonome Farbe" oder "monochromatisch" – viele Begriffe aus dem Themenbereich Farbe sind einfach nicht Teil der Alltagssprache. Um das Verständnis für einige wichtige Bezeichnungen zu erleichtern, finden Sie diese im Glossar erläutert.

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Reaktionslacke

Chemisch reagierende Lacke sind entweder kalthärtend, säurehärtend oder hitzetrocknend und daher besonders widerstandsfähig. Daher werden sie je nach Sorte für chemikalienbeständige, mechanisch hoch widerstandsfähige und dekontaminierbare Beschichtungen eingesetzt. Ihr Film ist irreversibel und daher besonders lösemittelbeständig. Entsprechend ihrer Basis sind Reaktionslacke lösemittelhaltig, lösemittelarm oder wässrig, ein-, zwei oder mehrkomponentig. Sie werden in flüssiger Form oder eigens in Pulverform geliefert.

 
Reaktivfarbstoffe

Textilfarbstoffe, die prinzipiell aus zwei Teilen bestehen: dem farbigen Chromophor und einer reaktiven Gruppe, die mit den Molekülen der zu färbenden Fasern stabile chemische Bindungen eingeht. Dadurch erreichen Färbungen mit Reaktivfarbstoffen hohe Echtheiten.

Reaktivfarbstoffe werden typischerweise zum Färben von Zellulosefasern wie Baumwolle, Viskose oder Leinen benutzt. In einem solchen Fall entsteht zwischen den OH-Gruppen der Zellulose und der reaktiven Gruppe des Farbstoffs je nach Farbstofftyp eine Ester- oder Etherbindung.

 
Reflexfarben

Als Reflexfarben werden umgangssprachlich jene Sicherheitsfarben bezeichnet, die einen besonders hohen Reflexionsgrad aufweisen. Warnbekleidungen, beispielsweise die der Feuerwehr, sind nach EN 471 mit sogenannten Reflexfarben ausgerüstet.

 
Reflexion

Reflexion ist das Zurückwerfen von Wellen, darunter auch elektromagnetischen Wellen wie Licht. Alle nicht von selbst leuchtenden Gegenstände sind nur deshalb sichtbar, weil sie das auftreffende Licht reflektieren. Wird das Licht nicht reflektiert, weil der Stoff oder das Material lichtdurchlässig ist, spricht man von Transmission. Die Art der Reflexion ist abhängig von der molekularen Zusammensetzung der Oberfläche des Gegenstandes. Ist die Fläche besonders glatt, so erscheint sie hochglänzend. Es handelt sich dann um eine gerichtete Reflexion. Ist die molekulare Zusammensetzung der Oberfläche rau oder porös, so erscheint sie durch die diffuse Reflexion matt bis seidenmatt.

Die molekulare Struktur bestimmt nicht nur den Glanzgrad eines Körpers, sondern auch seine Farbigkeit. Werden über 98 Prozent des Lichts reflektiert, erscheint dieser weiß. Wird aber das Licht in ähnlicher Größenordnung absorbiert, so wird der Körper als schwarz wahrgenommen. Bunt erscheint der Körper, wenn nur bestimmte Wellenlängen des sichtbaren Lichts reflektiert werden. Eine Wand erscheint blau, wenn sie außer den blauen Lichtwellen alle anderen Frequenzen absorbiert.

 
Refraktion

Refraktion ist die Brechung von Wellen an der Grenzfläche zweier Medien. Verlässt ein Lichtstrahl einen optisch dünnen Stoff – beispielsweise Luft –, um in einen optisch dichteren – etwa Wasser – einzudringen, so verändert sich seine Richtung. Das Licht wird gebrochen.

 
reine Farbe

Im Gegensatz zur getrübten Farbe gilt eine Farbe als rein, wenn ihr keine anderen Farben zugemischt wurden – weder eine bunte noch eine unbunte. In vielen Farbsystemen ist der Buntton (Hue) in den vorhandenen Farbfamilie besonders rein, das heißt maximal gesättigt. Physikalisch betrachtet ist die Mitte der jeweiligen Spektralfarbe besonders rein.

 
Reißlacke

Zeigt eine Lackierung eine gerissene Oberfläche, so handelt es sich normalerweise um einen Material- oder Anwendungsfehler. Krakelees entstehen häufig durch das Zusammenwirken fetter, klebender Vor- und schnell trocknender Schlussanstriche. Ein Reißlackierungseffekt folgt der zuvor beschriebenen Logik, unter Zuhilfenahme einiger handwerklicher Kniffe, beispielsweise dem Überstreichen mit Dextrin.

 
Remission

Remission ist in der Farbenlehre oder Lichttechnik die gestreute, diffuse Rückstrahlung. Licht kann nur in nichtmetallische Materialien eindringen. Hier wird es, je nach dessen molekularen Gefüge, quasi umgelenkt und dann diffus zurückgeworfen – also remittiert. Der Rest der Lichtwellen wird absorbiert. Werden nur bestimmte Wellenlängen des Lichts absorbiert und andere reflektiert, erscheint die Oberfläche in einem gewissen Farbton.

 
Retina

Die Retina ist die Netzhaut im Auge. In dieser Zellschicht befinden sich die Lichtsinneszellen und weitere Zelltypen, die bereits erste Verarbeitungsschritte des Gesehenen durchführen. Die menschliche Retina besitzt vier Arten von Photorezeptoren. Drei davon, die so genannten Zapfen, sind für das Sehen von Farbe verantwortlich. Außerdem sitzen in ihr die so genannten Stäbchen, die für das Sehen bei wenig Licht zuständig sind.

 
RGB und sRGB

Die Bezeichnung RGB steht für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau im RGB-Farbraum, dem additiven Farbsystem für die digitale Farbübermittlung.

sRGB bedeutet "Standard RGB". Es handelt sich um einen von den Computerkonzernen HP und Microsoft entwickelten RGB-Farbraum, der von vielen Soft- und Hardwareherstellern übernommen wurde und sich so als Standard weit verbreitet hat. sRGB ist der Farbstandard für die Monitore vieler Computer, die unter Windows betrieben werden.

 
Richter, Manfred

Wissenschaftler, geboren 1905 in Dresden, gestorben 1990 durch einen Verkehrsunfall. Richter befasste sich zeit seines Lebens mit der Farbe, ihrer Ordnung und der Farbmetrik. 1941 erhielt Richter vom Deutschen Normausschuss den Auftrag, eine genormte Farbordnung zu schaffen. So war Richter maßgeblich am DIN-Farbsystem beteiligt, das 1953 veröffentlicht wurde. Richter war nachweislich farbfehlsichtig.

 
Rizzi, James

James Rizzi war ein Künstler und Maler der Pop-Art. Seine sehr auffälligen Werke zeigen oftmals Motive aus seiner Heimatstadt sowie deren Einwohner. Mit Ihren bunten Farben strahlen sie Heiterkeit und Lebensfreude aus. In Deutschland gestaltete Rizzi u. a. das "Happy Rizzi House" in Braunschweig, den "Rizzi-Bird",  eine  Boeing 757 der  Fluggesellschaft Condor sowie Briefmarken für die Deutsche Post AG. Erfahren Sie mehr im Farbimpulse-Artikel über James Rizzi.

 
Runge, Philipp Otto

Maler und Graphiker, geboren am 23. 7. 1777 in Wolgast, gestorben am 2. 12. 1810 in Hamburg. Runge gehört zu den Hauptmeistern der romantischen Malerei in Deutschland. Hauptwerke: Folge "Die Tageszeiten“, seit 1803 "Der Morgen“, zwei Fassungen 1808/09; "Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“ 1805/06; Doppelbildnis der Eltern 1806; Bildnisse der Kinder und Gattin 1807/08; Selbstbildnis 1809/10; Schriften zur Farbenlehre. Runge entwickelte mit seiner Farbenkugel vermutlich das erste dreidimensionale Farbsystem, das in der Anordnung der Farben heutigen Vorstellungen vollkommen gerecht wird.

 

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