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24.04.2013

Marketing mit Farben

Wie Unternehmen mit farbigem Design ihren Produkten ein Image verleihen

Viele Handwerker haben es längst verinnerlicht: Wenn sie eine Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber der Firma Bosch in den Händen halten, sehen sie schon an der Farbe, ob es sich um ein Profigerät oder eine Maschine für den privaten Heimwerker handelt. Seit vielen Jahren sind Bosch-Geräte für den professionellen Anwender nämlich blau, während der Laie meist mit grünen (und preisgünstigeren) Maschinen arbeitet. Die Farbe ist hier ein fundamentaler Bestandteil des Produktmarketings – ein Prinzip, das immer mehr Unternehmen für sich nutzen.

Bosch betreibt bereits seit vielen Jahren eine Trennung zwischen Grün und Blau. Grün sind dabei die günstigeren Geräte für den Heimwerker. Foto: Bosch
Akkuschrauber, Foto: Bosch

Bei Bosch geht die Trennung der Produktlinien für Profis und Heimwerker auf die 1970er-Jahre zurück, als in Deutschland die ersten großen Baumärkte eröffneten und sich so etwas wie eine Heimwerkerkultur etablierte. Für das Selberbasteln wollten die Endverbraucher Elektrowerkzeuge haben, die erschwinglich und einfach zu handhaben waren. Sie stellten damit andere Anforderungen an die Geräte als professionelle Handwerker, denen es vor allem um Qualität und Langlebigkeit auch im harten Alltagseinsatz ging. So entstanden bei Bosch zwei Produktlinien für Elektrowerkzeuge, die auch farblich voneinander getrennt waren. Bei dieser Trennung ist es bis heute geblieben.

Kärcher hat erst vor wenigen Monaten die klare farbliche Trennung zwischen der Produktlinie für Profis und für private Anwender vollzogen. Foto: Kärcher
Staubsauger, Foto: Kärcher

Eine ähnliche farbliche Aufteilung hat nun auch das ebenfalls auf vielen Baustellen präsente Unternehmen Kärcher vollzogen. Der Hersteller von Staubsaugern, Hochdruckreinigern und anderen Reinigungsgeräten vertreibt nun seine Produkte in zwei Farben: Die Profigeräte sind in dezentem Anthrazit gehalten, während die Produkte für den Haushaltsanwender mit gelben Kunststoffgehäusen ausgestattet sind.

Dieses Gelb war bisher die typische Farbe aller Geräte. Es hatte bereits 1974 das bis dahin vorherrschende Blau abgelöst. Doch der sonnengelbe Farbton stieß immer wieder auf Kritik bei Kunden: Manchen Hotelbetreibern war es zu auffällig. Sie wollten ihr Personal lieber mit dezentem Reinigungsgerät ausstatten, das in den Hotelfluren farblich nicht so stark hervorstach. Und da es von jeher bei Kärcher eine Produktlinie für die professionelle Anwendung gab, entschieden sich die Produktdesigner des süddeutschen Unternehmens für Grau als einheitliche Farbe für alle Profigeräte. Ein Argument hierbei war zudem wohl auch, dass das Grau unempfindlicher gegen Verschmutzung ist als das Gelb.

Die Maschinen des japanischen Konzerns Makita sind blau – mit einem leichten Einschlag ins Grünliche, der einen deutlichen Unterschied zu den blauen Bosch-Geräten schafft. Foto: Makita
Gerät Makita, Foto: Makita

Eine zweite Produktlinie für private Kunden hat vor wenigen Jahren auch der japanische Hersteller von Elektrowerkzeug, Makita, eingeführt: Unter dem Namen "maktec" werden speziell auf den Bedarf von Heimwerkern konzipierte Geräte vertrieben. Damit will der international operierende Konzern auch auf dem Markt für private Kunden Fuß fassen. Bisher waren Makita-Geräte vor allem bei professionellen Anwendern in Gebrauch.

Auch Makita setzt auf eine farbliche Trennung zwischen beiden Produktlinien: Die Profigeräte sind nach wie vor im für die Marke seit langem typischen, leicht ins Türkis gehenden Blau gehalten, während die Werkzeuge für den Heimwerker in Hellrot vertrieben werden. Wie bei Bosch und Kärcher ist die Farbe auch hier ein fester Bestandteil des Produktdesigns und des Images, das der Nutzer damit verbinden soll. (ud)

 

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