12.10.2016

Orange heißt: Genug Sonne für den Tag!

Forscher entwickeln Pflaster, das vor zu hoher UV-Belastung warnt

Zu viel Sonne erhöht das Risiko für Hautkrebs. Doch ohne Sonne kann der Körper kein Vitamin D produzieren. Wie viel Sonneneinstrahlung ist nun gut? US-Forscher haben nun ein Pflaster entwickelt, das Gesundheitsbewussten aus diesem Dilemma helfen soll. Es verfärbt sich orange, wenn die empfohlene tägliche Dosis UV-Licht erreicht ist.

So groß wie ein halber Daumennagel und nur ein Viertel Millimeter dick ist das Pflaster. Foto: USC Viterbi School of Engineering
Pflaster. Foto: USC Viterbi School of Engineering

Das nicht einmal fingernagelgroße Pflaster besteht aus einem dreilagigen Kunststoffmaterial und ist nur etwa ein Viertel Millimeter dick. Die untere und die obere Lage dienen als Klebefläche und zum Schutz des in der Mitte eingebetteten Farbstoffs. Dieses Polymer ist im Ausgangszustand transparent, verfärbt sich jedoch gelblich-orange, wenn UV-Licht darauf fällt.

Die Eigenschaften des Materials sind so austariert, dass es sich – je nach Intensität des Sonnenlichts – nach maximal einer Stunde orange verfärbt. Die entsprechende UV-Dosis wird empfohlen, um dem Körper die Produktion von Vitamin D zu ermöglichen, sie ist aber noch nicht zu groß, um das Risiko eines Sonnenbrands oder von Hautschäden einzugehen.

Wird das Pflaster nun auf der Haut getragen, zeigt es durch die Farbveränderung an, wenn die gesunde UV-Dosis erreicht ist und der Träger besser den Schatten suchen sollte, so die Idee der der beiden Entwicklerinnen Michele Lee und Andrea Armani von der Universität von Südkalifornien in Los Angeles. Das Pflaster haftet fest auf der Haut, wird durch Biegen nicht zerstört und ist dabei unempfindlich gegen Wasser.

Ist die empfohlene UV-Dosis erreicht, verfärbt es sich gelblich. Foto: USC Viterbi School of Engineering
Gelbes Pflaster.  Foto: USC Viterbi School of Engineering

Es kann sogar in Kombination mit Sonnencreme verwendet werden: Wird ein solcher Schutz auf die Haut aufgetragen und dabei das Pflaster selbst nicht ausgespart, verlängert sich die Zeit bis zum Farbumschlag entsprechend.

Das Pflaster könnte damit nicht nur Sonnenhungrigen am Strand, sondern auch Läufern, Wanderern und anderen Sportlern helfen, in der Sonne das richtige Maß zu finden. Bisher gibt es das Pflaster nur im Labor – wann es als fertiges Produkt auf den Markt kommen wird, ist noch offen. Denkbar wäre dabei, für die verschieden empfindlichen Hauttypen unterschiedliche Versionen anzubieten. (ud)