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06.03.2013

Warum manche Füchse blau sind

Die Färbung der vierbeinigen Raubtiere reicht von schneeweiß über graublau und rot bis hin zu schwarz

Es gibt Füchse mit rotem und mit weißem Fell – aber wer ist je einem blauen Fuchs begegnet? Das klingt geradezu absurd, doch genau so werden unter Zoologen die Füchse aus dem hohen Norden genannt, deren Fell sich im Winter nicht weiß, sondern grau färbt – manchmal mit violettem (und somit also bläulichem) Farbeinschlag. Und damit ist die Farbpalette noch nicht erschöpft: Neben Rot-, Weiß- und Blaufüchsen schnüren heute noch vereinzelt sogenannte Silberfüchse unter anderem durch amerikanische Wälder. Diese sind jedoch nicht unbedingt silberfarben, sondern im Extremfall fast schwarz.

Bei Blaufüchsen färbt sich das Fell im Winter nicht weiß, sondern grau mit einem Blaustich. Foto: Rama, CC-Lizenz
Blaufuchs, Foto: Rama, CC-Lizenz

So kompliziert, wie es zunächst scheint, ist die Farbvielfalt bei Füchsen jedoch in Wirklichkeit nicht. Die genannten Varianten gehen auf lediglich zwei Arten zurück: dem in Europa, im nördlichen Asien und in Nordamerika beheimateten Rotfuchs und dem Polarfuchs, dessen Verbreitungsgebiet sich auf den äußersten Norden dieser drei Kontinente beschränkt.

Der Polarfuchs hat sich farblich perfekt an seine Umgebung angepasst: Im kurzen Polarsommer färbt sich sein Fell beige bis braun, was ihm in der Tundra zu einer guten Tarnung verhilft. Im Winter hingegen wird der Pelz weiß und lässt den Räuber so in der verschneiten Landschaft verschwinden. Doch dieser Farbwechsel zum Weiß trifft nur auf die sogenannten Weißfüchse zu. Bei der Blaufuchs genannten Variante ist das Winterfell hell- bis dunkelgrau, oft mit einem leichten violetten oder blauen Einschlag. Diese Farbvariante hat genetische Ursachen und tritt regional gehäuft auf. Während blaue Füchse beispielsweise in den kanadischen Nordwest-Territorien die absolute Ausnahme darstellen, machen sie in Teilen Grönlands etwa die Hälfte der Fuchspopulation aus.

Auch Königin Elisabeth II. von England trägt gelegentlich Weißfuchs. Foto: public domain
Königin Elisabeth, Foto: public domain

Die eher dunkle Färbung bringt für den Blaufuchs den Nachteil mit sich, dass er von potenziellen Beutetieren leichter wahrgenommen wird. Da das Gen für die blaue Variante dominant vererbt wird, ist die blaue Färbung im Lauf der Entwicklung trotz dieses evolutionären Nachteils nicht verschwunden. Auch der Mensch konnte daran nichts ändern, obwohl er den Blaufuchs lange Zeit stärker bejagt hat als den Weißfuchs, da blaue Felle von jeher als wertvoller galten als weiße.

Wo im Süden das Verbreitungsgebiet des Polarfuchses endet, beginnen die Reviere des Rotfuchses, der auch in Deutschland überall heimisch ist. Seinen Namen trägt er natürlich wegen seines roten Fells. Die Farbe verändert sich jedoch im Gegensatz zur Fellfarbe des Polarfuchses im Lauf der Jahreszeiten nicht wesentlich. Doch auch vom Rotfuchs gibt es genetisch bedingte Farbvarianten: Der sogenannte Silberfuchs hat statt roter schwarze Farbpigmente und daher ein silbergraues bis schwarzes Fell.

Kreuzfuchsfelle sind sehr selten und wegen ihres extravaganten Musters sehr begehrt. Sie stammen von einer Unterart des Rotfuchses. Foto: F. Bjørnstad
Kreuzfuchs, Foto: F. Bjørnstad

Letzteres ist von jeher besonders begehrt und hat in den vergangenen Jahrhunderten schon manche königliche Schulter geschmückt. Pelzhändler und -verarbeiter bezeichnen eine solche dunkle Färbung übrigens ebenfalls als "blau", obwohl der Farbton keineswegs blau ist. Der Silberfuchs als Farbvariante des Rotfuchses ist in freier Wildbahn in Europa wohl aufgrund der Bejagung seit langer Zeit verschwunden. Außerhalb von Zuchtanlagen für die Pelzindustrie ist er selten noch in einigen Teilen Nordamerikas und Sibiriens zu finden. Hier schließlich lebt auch der ebenfalls sehr seltene Kreuzfuchs – ebenfalls eine Variante des Rotfuchses. Er zeichnet sich durch eine charakteristische Fellfärbung zwischen Rot und Schwarz mit  fischgrätenförmig angeordneten hellen Streifen aus. (ud)